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Roll-Over-Kredit – Der neue Trend am Kreditmarkt?

Was genau ist ein Roll-Over-Kredit?

Es ist nicht schlimm, wenn man davon noch nicht gehört hat. Allerdings handelt es sich um eine Kreditrichtung, die sich am Markt gerade neu zu etablieren scheint und vielleicht sogar schon als Trendsetter durchgehen könnte. Die Nachfrage in den Suchmaschinen ist hoch. Womit aber noch nicht geklärt ist, ob der Hintergrund für oder gegen den Roll-Over-Kredit ist. Fakt ist schon mal: Neu ist das Kreditmodell nicht.

Denn anders als bei gewöhnlichen Krediten, die mit einem über die gesamte Laufzeit hinweg gleichen Zinssatz arbeiten, unterteilt ein Roll-Over-Kredit die Laufzeit in einzelne Perioden. In jeder dieser Perioden wird der Zinssatz neu verhandelt, was Chance und Risiko zugleich ist. Die Zinsen könnten niedriger, oder aber auch höher werden. Diese Chance bzw. dieses Risiko trägt der Schuldner, es gibt keinen Verhandlungsspielraum. Das hat es bereits vorher gegeben.

Kredit vereinbaren

Warum nun aber einen Roll-Over-Kredit vereinbaren?

Wenn nun also das grundsätzliche Risiko der Zinserhöhung besteht, warum sollte man sich dem Kredit überhaupt annehmen? Ein Kredit kostet ohnehin schon Geld genug, warum also das Risiko eingehen, noch mehr bezahlen zu müssen? – Tatsächlich, auch wenn es die Chance auf eine Zinsvergünstigung gibt, geht der Kreditnehmer mit dem Roll-Over-Kredit eine eher risikoreiche Stellung ein. Grund dafür ist die aktuelle Zinsentwicklung bei der Europäischen Zentralbank. Wohin sollen die Zinsen noch gehen, wenn nicht nach oben? In den nächsten Jahren ist eher eine Zinssteigerung zu erwarten, als dass der Zins weiter signifikant sinken würde, womit sich der Roll-Over-Kredit wirklich rentieren könnte. Ähnlich wie am Aktienmarkt also, wo man eben entweder gewinnen oder verlieren kann, nur dass die Chance auf einen Verlust dank Nicht-Vorhersehbarkeit der wirtschaftlichen Gegebenheiten realistisch gesehen höher ist. Es gibt keine Sicherheit und keine Planbarkeit. Alles kann passieren.

Sicherheit oder Risiko?

Was passiert, wenn der Marktzinssatz sich verändert?

Um das nachzuvollziehen, gehen wir etwas tiefer in die Hintergründe der Geldmarktvorgänge. In diesem Zusammenhang fällt das Stichwort „Leitzins", ein Zins, welcher festlegt, zu welchen Konditionen Banken bei der Europäischen Zentralbank Geld aufnehmen oder ablegen dürfen. Auch weitere Referenzzinssätze wie der LIBOR oder EURIBOR fallen in diesem Zusammenhang. Aktuell sind diese Leitzinssätze sehr niedrig, um Kredite schmackhaft zu machen und die Konjunktur in Europa zu stärken. Das geht sogar so weit, dass wenn Banken überschüssiges Kapital über Nacht bei der EZB einlagern, sie Strafzinsen zahlen müssen, weshalb einige Banken derzeit an ihren Gebührenmodellen schrauben.

Machen wir es aber kürzer: Wenn der Leitzins hoch ist, sind Kredite und deren Zinsen teuer. Wenn der Leitzins niedrig ist, sind Kredite und deren Zinsen günstig. Es geht um Angebot und Nachfrage. Und wenn die EZB an dem Leitzins schraubt, bezahlt man beim Roll-Over-Kredit gestern noch einen Euro Zinsen und morgen möglicherweise zwei Euro. Nur im übertragenden Sinne. Oder eben andersrum, wobei man aber gewiss nicht mehr sicher darauf setzen kann, dass der Leitzins und somit der Zins für den Roll-Over-Kredit zwischen Periode X und Y weiter sinkt. Zwischen Periode X und Y liegen üblicherweise zwischen 1-12 Monate. Da tut sich einiges, wenn.

Was wir damit sagen wollen: Der Kredit eignet sich eher in Übergangsphasen zwischen Hochzins und Niedrigzins. Zeichnet sich diese Übergangsphase aus mehreren Faktoren heraus ab, wäre ein Roll-Over-Kredit definitiv sinnvoll, wenn gerade dann Geld benötigt wird. Nun aber ist er risikobelastet. Denn beim Kredit geht es gegenüber eigentlich ausschließlich darum, weniger als mehr zu zahlen. Auch und gerade beim Roll-Over-Kredit. Wer nimmt schon freiwillig eine Zinserhöhung in Kauf?

Lupe zeigt die Entwicklung des Marktes

Ohnehin nur für Unternehmen, Staaten, Konzerne, etc.

Diese letzte Frage können wir auflösen, weil wir bislang einen entscheidenden Fakt ausgelassen haben. Der Roll-Over-Kredit ist eigentlich ausschließlich Großunternehmen, Konzernen, Staaten, Gemeinden, Bundesländern und so weiter vorbehalten ist. Dort also, wo es um besonders hohe Geldsummen geht und jeder Zinsunterschied zählt. Privatverbraucher können diesen Kredit in der Regel nicht beantragen. Wenn doch, dann nicht standardgemäß. Nachfragen lohnt sich aber ohnehin aktuell nicht, weil die Kredite so günstig wie nie sind; Sparpotenzial gibt es kaum noch. Umso verwunderlicher ist das erhöhte Suchaufkommen also in jedem Fall, denn inwieweit man davon ausgehen kann, dass Geschäftskunden dieses Modell gesucht haben, ist nicht ersichtlich.

Interessanter Fakt zum Schluss

Genau wie gewöhnliche Kredite lässt sich der Roll-Over-Kredit zwischenzeitlich kündigen. Beispielsweise also dann, wenn sich eine regelmäßige Zinserhöhung abzeichnet. Die Kündigung funktioniert ebenso periodisch wie diese Kostenanpassung. Und so scheint selbst das Risiko dahinter wieder kalkulierbar.


 

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Eike Kewitz

Chefredakteur Kredite.org

Eike Kewitz

Nach seinem Abitur machte sich Eike unmittelbar als freiberuflicher Texter selbstständig und baute sein Unternehmen selbst während seiner folgenden Vollzeit-Ausbildung im Marketing immer weiter aus. Mittlerweile hat er sich vor allem auf das Ressort Finanzen - Kredite, Konten, Geldanlage - spezialisiert und steuert als Hauptredakteur nun auch für uns regelmäßig News und Ratgeber bei. Neben diesem Portal ist er in weiteren spannenden Projekten involviert.