Bausparvertrag auszahlen: 5 Wege zur schnellen Auszahlung

 

Über die Jahre hinweg sammeln sich in Bausparverträgen oft stattliche Summen an. Spätestens zum Zeitpunkt der Zuteilungsreife können Sie sich Ihren Bausparvertrag auszahlen lassen, bei Bedarf aber schon vorher. Allerdings müssen Sie sich je nach Zeitpunkt darauf einstellen, dass finanzielle Verluste auf Sie warten könnten.

Take-Aways

  • Auszahlung regulär bei Zuteilungsreife
  • vorzeitige Kündigung möglich
  • Beleihung und Verkauf von Bausparverträgen
  • Vorfinanzierung durch Bausparkasse zur Überbrückung

Grundsätzlich können Sie sich jeden Bausparvertrag auszahlen lassen. Geschieht dies allerdings vor der Zuteilungsreife, sind die finanziellen Verluste mitunter deutlich zu hoch, als dass die vorzeitige Kündigung tatsächlich eine sinnvolle Option wäre. Kredite.org zeigt die Fakten auf, die Sie rund um die Auszahlung des Bausparvertrags kennen sollten, um Ihre Entscheidung fundiert treffen zu können.

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Bausparvertrag auszahlen: Ganz einfach bei Zuteilungsreife

Regulär können Sie die Auszahlung des Guthabens beantragen, sobald Ihr Bausparvertrag die Zuteilungsreife erreicht hat. Dies ist allerdings – anders als die meisten Verbraucher denken – nicht etwa der Zeitpunkt, wenn die letzte Sparrate eingezahlt wurde. Vielmehr müssen Sie verschiedene Voraussetzungen erfüllen:

  • Ansparung von 40 bis 50 Prozent der Bausparsumme (je nach Tarif und Anbieter)
  • Einhaltung der Mindestsparzeit (beträgt meist 12 Monate, kann aber auch bis zu 80 Monate lang dauern)
  • ausreichende Bewertungszahl (internes Verfahren der Bausparkassen zur Bewertung und Ordnung der zur Zuteilung bereitstehenden Bausparverträge)

Ist der Vertrag zuteilungsreif, werden Sie rechtzeitig von der Bausparkasse darüber informiert. Sie erhalten dann ein Formular, mit dem Sie ihr mitteilen, wie Sie mit dem Vertrag verfahren möchten.

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Bausparvertrag zuteilungsreif: Ihre Optionen

Wenn ein Bausparvertrag zuteilungsreif wird, ist die Auszahlung nur eine von vielen Optionen:

  • Bauspardarlehen beantragen: Ihnen werden das angesparte Guthaben, die aufgelaufenen Zinsen und das Bauspardarlehen ausgezahlt.
  • Bausparvertrag auszahlen lassen, Darlehen stehen lassen: Das Guthaben und die Zinsen werden ausgezahlt, das Bauspardarlehen bleibt noch bis zu ein Jahr bestehen.
  • Zuteilung verschieben: Sie können beantragen, dass die Zuteilung verschoben wird, sodass Sie erst später über das Guthaben und das Darlehen verfügen.
  • Auf Zuteilung verzichten: Wenn Sie auf die Zuteilung verzichten, wird Ihnen das Guthaben mit den Zinsen ausgezahlt. Eventuell erhalten Sie dann zusätzlichen einen Bonuszins für den Verzicht auf das Darlehen, sofern Ihr Tarif dies vorsieht.
  • Bausparsumme erhöhen: Sie können außerdem auf die Zuteilung verzichten und stattdessen die Bausparsumme erhöhen, um den Vertrag weiter zu besparen.

Darlehen nicht benötigt? Bonus nutzen oder Anspruch verkaufen

Haben Sie Ihren Bausparvertrag voll bespart, benötigen aber den Darlehensanspruch nicht? Sofern Ihr Bausparvertrag einen Bonus vorsieht, können Sie diesen mitunter in Anspruch nehmen, wenn Sie nur das Bausparguthaben und die Zinsen auszahlen, das Darlehen jedoch verfallen lassen. Ist ein solcher Bonus jedoch nicht vorgesehen, könnten Sie auch in Erwägung ziehen, den Bausparvertrag zu verkaufen. Eine andere Person übernimmt den Vertrag dann komplett und zahlt Ihnen den Gegenwert plus einer kleinen Entschädigung für den Darlehensanspruch aus, sodass Sie im Gegensatz zur Kündigung einen finanziellen Vorteil hätten.

Vorfinanzierung durch die Bausparkasse

Wenn Sie den Bausparvertrag auszahlen lassen möchten, um mit dem Geld zum Beispiel eine Immobilie zu erwerben oder zu modernisieren, die Zuteilungsreife aber noch nicht erreicht ist, besteht die Möglichkeit eines Vorausdarlehens. Dies funktioniert folgendermaßen:

  • Sie haben bereits einen größeren Teil oder sogar die komplette Sparsumme eingezahlt.
  • Die Bausparkasse gibt Ihnen ein Darlehen in der vollen Höhe der Bausparsumme oder eines Teils davon.
  • Sie bezahlen weiterhin Ihre Sparbeiträge auf Ihren Bausparvertrag ein.
  • Sobald der Vertrag zuteilungsreif ist, löst Ihr Bausparguthaben das Vorausdarlehen ab. Ein gegebenenfalls danach noch verbleibendes Guthaben wird ausgezahlt (z. B. Zinsen).
  • Das eigentliche Bauspardarlehen bleibt dadurch unberührt – Sie können es bei Erreichen der Zuteilungsreife immer noch verwenden.

So erhalten Sie direkt Kapital, ohne jedoch den eigentlichen Bausparvertrag auszahlen und damit kündigen zu müssen.

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Bausparvertrag während der Ansparphase auszahlen lassen

Natürlich haben Sie auch die Möglichkeit, Ihren Bausparvertrag während der Ansparphase und somit vor der eigentlichen Zuteilungsreife auszahlen zu lassen. In diesem Fall ist es notwendig, ihn zu kündigen, wodurch das Guthaben und die aufgelaufenen Zinsen automatisch ausgezahlt werden. Die Kündigungsfrist beträgt hierfür im Regelfall drei Monate, teilweise aber auch bis zu sechs Monate, je nach Anbieter. Wenn es schneller gehen muss, lassen sich die meisten Bausparkassen darauf ein, die Kündigungsfrist entfallen zu lassen. Im Gegenzug müssen Sie dann aber eine Vorfälligkeitsentschädigung bezahlen, die meist 1 Prozent der Bausparsumme pro Monat beträgt, um den Sie früher aus dem Vertrag herauskommen.

Allerdings müssen Sie damit rechnen, dass bei einer Kündigung des Bausparvertrags finanzielle Nachteile auf Sie zukommen:

  • der Anspruch auf das Bauspardarlehen entfällt automatisch
  • staatliche Prämien wie die Arbeitnehmersparzulage oder die Wohnungsbauprämie sind eventuell zurückzuzahlen, wenn die gesetzliche Bindungsfrist von sieben Jahren noch nicht abgelaufen ist
  • bei Wohnriester werden bei der Auszahlung des Bausparvertrags alle eingezahlten Riester-Zulagen gestrichen, ebenso etwaige Steuervorteile zurückverlangt
  • die Bausparkasse behält die Abschlussgebühr/-provision ein, die bei zu Ende besparten Bausparverträgen oft zurückerstattet wird
  • ein etwaiger im Vertrag versprochener Bonus bei der vollen Einzahlung wird nicht gewährt

Bausparvertrag verpfänden: Sicherheit für einen Kredit

Wenn Ihr Bausparvertrag bereits einen gewissen Wert hat, so können Sie ihn auch für die Gewährung eines normalen Bankdarlehens als Sicherheit verbriefen. Der Kreditgeber erhält damit das Recht, auf das Bausparguthaben zurückzugreifen, falls Sie Ihrem Zahlungsdienst nicht nachkommen. Der Vorteil ist: Das Bauspardarlehen bleibt bestehen und Sie haben keine finanziellen Nachteile.

Alternative: Gesonderter Kredit bei weiter bestehendem Bausparvertrag

Sofern es für Sie in finanzieller Hinsicht machbar ist, sollten Sie finanzielle Überbrückungsmaßnahmen besser über einen Kredit regeln, ehe Sie riskieren, alle gutgeschriebenen Zulagen und Prämien zu verlieren und Strafzinsen zahlen zu müssen. Nutzen Sie beispielsweise den Top Kredit der norisbank, so können Sie die Laufzeit des Kredits exakt auf die restliche Sparzeit des Bausparvertrags abstimmen. Sie können dann pro Jahr jeweils 50 Prozent der Kreditrestsumme kostenfrei sondertilgen, sodass Sie Ihre Schulden schnell wieder loswerden. Zudem bietet die norisbank interessante Konditionen:

  • Kreditbetrag zwischen 1.000 und 65.000 Euro
  • Laufzeit von 12 bis 84 Monate
  • effektiver Jahreszins zwischen 3,7 und 7,8 Prozent
  • Niedrigzins-Garantie für vier Wochen
  • feste Monatsraten

Als Voraussetzung müssen Sie lediglich nachweisen, dass Sie einer festen Arbeit nachgehen und Ihr Arbeitsverhältnis bereits seit mindestens sechs Monaten besteht. Fordern Sie jetzt ein Angebot an und finden Sie heraus, ob der Kredit eine Alternative zur vorzeitigen Auszahlung Ihres Bausparvertrags ist!

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Fazit

  • Bei Zuteilungsreife können Sie Ihr Bausparguthaben nebst Zinsen und bei Bedarf auch das Bauspardarlehen auszahlen.
  • Kündigen Sie Ihren Bausparvertrag vorzeitig, können Sie das angesparte Guthaben auszahlen lassen, Zulagen und Prämien gehen aber verloren.
  • Bausparverträge können auch beliehen oder verkauft werden, um schneller an Geld zu gelangen.
  • Verzichten Sie auf das Bauspardarlehen, können Sie Ihre Auszahlung eventuell durch einen Bonus erhöhen.
  • Manchmal kann es sinnvoller sein, auf einen alternativen Kredit zurückzugreifen, um die finanziellen Einbußen bei Kündigung Ihres Bausparvertrags zu vermeiden.


 


Eike Kewitz

Chefredakteur Kredite.org

Eike Kewitz

Nach seinem Abitur machte sich Eike unmittelbar als freiberuflicher Texter selbstständig und baute sein Unternehmen selbst während seiner folgenden Vollzeit-Ausbildung im Marketing immer weiter aus. Mittlerweile hat er sich vor allem auf das Ressort Finanzen - Kredite, Konten, Geldanlage - spezialisiert und steuert als Hauptredakteur nun auch für uns regelmäßig News und Ratgeber bei. Neben diesem Portal ist er in weiteren spannenden Projekten involviert.