Kredit für Fortbildung und Studium – Geld auf Raten bezahlen

Fortbildung, Weiterbildung und Studium sind in Deutschland sehr wichtige Themen, die auch gesellschaftlich von großer Bedeutung sind und teilweise kontrovers diskutiert werden. Während es bei einer gewöhnlichen Berufsausbildung so ist, dass die entsprechende Person eine Ausbildungsvergütung erhält, gibt es diverse andere Fortbildungen, Weiterbildungen und natürlich das Studium, bei dem vor allen Dingen Kosten anfallen. Demzufolge ist es durchaus üblich, dass eine bestimmte Fortbildung, eine Weiterbildung oder das gesamte Studium über einen Kredit finanziert werden muss. Insbesondere als Kredit fürs Studium gibt es hierzulande diverse Möglichkeiten, wie er eine derartige Finanzierung vorgenommen werden kann und auch Zuschüsse bzw. Unterstützungen für Studenten sind vorhanden.

Kredit für die Fortbildung: Diese Alternativen gibt es

 

Wenn Sie eine berufliche Fortbildung durchführen, die Ihnen in erster Linie dabei helfen soll, bessere Chancen am Arbeitsmarkt zu haben, kann dies mitunter mit höheren Kosten verbunden sein. Hier kommt es natürlich sehr auf die Branche und die einzelne Fortbildungsmaßnahme an, aber Beträge zwischen einigen Hundert und mehreren Tausend Euro sind durchaus nicht unüblich. Vom Grundsatz her kann eine derartige Fortbildungsmaßnahme durch einen Kredit für die Fortbildung finanziert werden, der unterschiedliche Gesichter haben kann.

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In erster Linie sind es die folgenden Finanzierungsalternativen, die infrage kommen können:

  • Bankkredit in Form eines Ratenkredites
  • Sofortkredit aus dem Internet
  • Kredit von privat über Kreditportal
  • spezielles Förderdarlehen der KfW-Bank

Kredit für die Weiterbildung: Kredit für berufliche Weiterbildung aufnehmen

 

In der Praxis werden die Wörter Fortbildung und Weiterbildung meistens gleichbedeutend verwendet. Allerdings ist mit der Weiterbildung in aller Regel die berufliche Weiterbildung gemeint, die in einem bestimmten Beruf stattfindet, der vom entsprechenden Verbraucher bereits ausgeübt wird. Demgegenüber bezeichnet die Fortbildung häufig einzelne Maßnahmen, die auch fernab eines bereits ausgeübten Berufs stattfinden können.

 

Auf jeden Fall kann in beiden Fällen ein Darlehen zur Verfügung gestellt werden, welches eben auch als Kredit für die Weiterbildung oder als Kredit für die berufliche Weiterbildung genutzt werden kann. Hier ist es ebenso wie bei den bereits aufgeführten Krediten für die Fortbildung, nämlich dass diverse Varianten zur Verfügung stehen. Darüber hinaus gibt es oftmals Förderungen des Staates oder der Gemeinden, die bei einem Weiterbildungskredit durchaus für Entlastung sorgen können.

Kredit für Studium aufnehmen: Mehrere Optionen stehen zur Auswahl

Schaut man sich einmal die Bereiche Fortbildung, Weiterbildung und Studium an, so hat das zu finanzierende Studium den mit Abstand größten Anteil. Dies liegt vor allem daran, dass Weiterbildungs- und Fortbildungsmaßnahmen meistens nicht ganz so teuer sind, sodass viele Verbraucher diese aus den eigenen Mitteln heraus bezahlen können. Anders stellt sich die Situation hingegen oftmals beim Studium dar, was natürlich auch darauf zurückzuführen ist, dass dieses mehrere Jahre dauert und somit nicht selten Gesamtkosten von deutlich über 20.000 Euro verursacht. Mittlerweile ist es vollkommen üblich, ein Kredit fürs Studium aufzunehmen, wobei es im Wesentlichen zwei ganz unterschiedliche Alternativen gibt, nämlich:

  • Studentenkredit der Banken
  • Studienkredit der KfW

Worin die großen Unterschiede zwischen diesen zwei Finanzierungsformen bestehen, können Sie dem folgenden Abschnitt entnehmen.

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Studienkredit der KfW und Studentenkredite der Banken im Vergleich

 

Unabhängig davon, ob Sie ein Studium im Ausland finanzieren möchten oder in Deutschland an einer Universität oder anderen Hochschule Ihr Studium absolvieren, ist eine Finanzierung in vielen Fällen notwendig. Zahlreiche Banken bieten einen Studienkredit an, während die staatliche KfW-Bank auf der anderen Seite mehrere Förderprogramme zur Verfügung stellt, die beispielsweise als Studienkredit genutzt werden können.

 

Der wohl größte Unterschied zwischen den zwei Kreditvarianten besteht darin, dass der Studienkredit der Bank ausschließlich dazu dient, einmalig anfallende Ausgaben, beispielsweise größere Anschaffungen, zu finanzieren. Dies ist damit zu begründen, dass sich die Studentenkredite der Banken insbesondere durch die folgenden Merkmale auszeichnen:

 

  • Kreditbetrag wird einmalig ausgezahlt
  • Tilgung und Zinszahlungen beginnen sofort
  • keine Zuschüsse
  • Darlehenssummen meistens auf 10.000 Euro begrenzt

 

Beim Studienkredit der KfW-Bank sind diese Eigenschaften teilweise komplett anders, was in der Summe dazu führt, dass dieser Kredit eben auch dazu dienen kann, über das gesamte Studium hinweg die Lebenshaltungskosten des Kunden und Kreditnehmers zu decken. So sind es in erster Linie die folgenden charakteristischen Merkmale, durch die sich der Studienkredit der KfW – je nach Förderprogramm – in der Praxis auszeichnen kann:

 

  • monatliche Auszahlung eines Teildarlehensbetrages
  • Rückzahlung muss erst einige Zeit nach Ende des Studiums beginnen
  • sehr günstiger Zinssatz
  • eventuelle Zuschüsse zur Tilgung möglich

 

Ist ein Kredit für Fortbildung, Weiterbildung und Studium steuerlich absetzbar?

Was die steuerliche Absetzbarkeit der Kosten angeht, die für einen Kredit für die Fortbildung, Weiterbildung oder das Studium anfallen, so gibt es hier keine pauschalen Aussagen. In den meisten Fällen wird es so sein, dass beispielsweise Zinsen und etwaige Gebühren maximal im Rahmen der normalen Einkommensteuererklärung als Sonderausgaben abgesetzt werden können. Aber auch dies ist nicht in jedem Fall möglich, sodass es definitiv empfehlenswert ist, sich an dieser Stelle den Rat eines Experten zu holen. Zu diesem Zweck stehen mehrere Wege zur Verfügung, wie zum Beispiel:

 

  • Verbraucherzentralen
  • Steuervereine
  • Fachanwalt für Steuerrecht

 

Da die weitaus meisten Kredite in diesem Bereich natürlich privat genutzt werden, auch wenn es sich beispielsweise um eine berufliche Fortbildungsmaßnahme handelt, sind die steuerlichen Möglichkeiten zumindest begrenzt. Dennoch kann es auf jeden Fall Sinn machen, sich hier im Detail zu erkundigen, ob ein solcher Kredit für die Weiterbildung steuerlich absetzbar ist.

 

Kredit fürs Studium von der KfW: verschiedene Förderprogramme im Überblick

Die wohl beliebteste und auch sinnvollste Möglichkeit für die weitaus meisten Personen, die eine Weiterbildung, eine Fortbildung und vor allem ein Studium finanzieren möchten, sind die von der KfW-Bank angebotenen Förderprogramme. Aktuell gibt es in diesem Bereich nicht weniger als acht solcher Programme, die im Einzelfall die passende Finanzierungslösung darstellen können.

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Im Überblick bietet die KfW aktuell die folgenden Programme an:

  • Programm 170: BAföG-Bankdarlehen
  • Programm 172: Meister-BAföG
  • Programm 173: Bildungskredit
  • Programm 174: KfW-Studienkredit
  • Programm 175: Niedersachsen – Studienbeitragsdarlehen
  • Programm 176-178: Darlehen anderer Bundesländer

An dieser Auflistung ist ersichtlich, dass es nicht nur die KfW-Bank selbst ist, die beispielsweise Studienkredite vergibt, sondern darüber hinaus existieren einige Bundesländer, die mit einem Studienbeitragsdarlehen oder einem Studiengebührendarlehen ebenfalls eine Finanzierung ermöglichen. In der Praxis werden von der KfW definitiv vor allem das Programm 173 (Bildungskredit) sowie das Programm 174 (KfW-Studienkredit) am häufigsten genutzt, sodass wir im Folgenden etwas näher auf diese zwei Programme eingehen möchten, die sowohl zur Förderung einer Fort- und Weiterbildungsmaßnahme als auch des Studiums geeignet sind.

 

KfW-Förderprogramm 173 & 174: Bildungskredit und Studienkredit der KfW

 

Das Förderprogramm 173 der KfW-Bank ist der Bildungskredit, der finanzielle Unterstützung bei Ihrer Ausbildung bietet. Hier profitieren Kreditnehmer insbesondere von den sehr guten Konditionen, denn der effektive Jahreszins liegt beispielsweise aktuell lediglich bei 1,03 Prozent. Geeignet ist dieser Kredit für Schüler und Studenten in den letzten Jahren der Ausbildung bzw. du Studiums. Zu den weiteren Eigenschaften dieses Förderprogramms gehört, dass es einkommens- und elternunabhängig ist sowie keine Sicherheiten erforderlich sind. Beim Bildungskredit der KfW ist zu beachten, dass der Antragsteller mindestens volljährig sein muss, maximal aber 36 Jahre alt sein darf.

Darüber hinaus gibt es für Studenten noch die folgenden weiteren Voraussetzungen:

  • Studiendauer in der Regel nicht länger als zwölf Semester
  • Studium erfolgt an einer BAföG-anerkannten Hochschule, Universität oder Fachhochschule
  • ausländische Bildungsstätte muss anerkannten inländischen Ausbildungsstätten entsprechen
  • Zwischenprüfung wurde bereits bestanden
  • alternativ wird ein zusätzliches ergänzendes Aufbaustudium absolviert
  • erster Teil eines konstitutiv Studiengangs oder abgeschlossen

Das Programm 174: der KfW-Studienkredit

Der KfW-Studienkredit ist insbesondere für Studenten geeignet, die gerade erst mit ihrem Studium beginnen. Der Effektivzinssatz liegt derzeit noch unter vier Prozent, nämlich bei 3,81 Prozent im Jahr. Gefördert werden mit diesem Studienkredit sowohl Erst- als auch Zweitstudien, aber auch weitere Studien sowie eine Promotion. Auch diese Finanzierung kann unabhängig vom Einkommen und von Sicherheiten durchgeführt werden, wobei der flexible monatliche Auszahlungsbetrag sich zwischen 100 und 650 Euro bewegt. Gefördert werden Personen zwischen 18 und 44 Jahren, die an einer staatlichen oder staatlich anerkannten Hochschule in Teilzeit, Vollzeit oder berufsbegleitend studieren.

Die folgenden Voraussetzungen müssen erfüllt werden, um den Studienkredit zu erhalten:

  • deutsche Staatsbürgerschaft
  • alternativ: Familienangehöriger eines deutschen Staatsbürgers und Aufenthalt in Deutschland
  • EU-Staatsbürger und regelmäßiger Aufenthalt seit mindestens drei Jahren in Deutschland
  • Familienangehöriger eines zuvor beschriebenen EU-Staatsbürgers und dauerhafter Aufenthalt im Bundesgebiet



Eike Kewitz

Chefredakteur Kredite.org

Eike Kewitz

Nach seinem Abitur machte sich Eike unmittelbar als freiberuflicher Texter selbstständig und baute sein Unternehmen selbst während seiner folgenden Vollzeit-Ausbildung im Marketing immer weiter aus. Mittlerweile hat er sich vor allem auf das Ressort Finanzen - Kredite, Konten, Geldanlage - spezialisiert und steuert als Hauptredakteur nun auch für uns regelmäßig News und Ratgeber bei. Neben diesem Portal ist er in weiteren spannenden Projekten involviert.