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ING Global Index Portfolio Erfahrungen – der Robo Advisor im Test

Das Wichtigste in Kürze:

  • Das ING Global Index Portfolio investiert in ETFs und ist selbst wiederum als (Dach-) Fonds ausgestaltet
  • Mindesteinzahlung 500,- € (alternativ Sparplan ab 50,- € monatlich)
  • drei Anlagestrategien: defensive, balanced, dynamic
  • Gesamtkosten: 1,35% p.a.
  • auch über die Hausbank zu erwerben

InfoAutomatisierte Vermögensverwaltung mit dem ING Global Index Portfolio im Überblick

  • Robo Advisor als Fonds
  • 2017 gestartet
  • Vertrieb vor allem über ING-DiBa
  • drei Strategien zur Auswahl
  • Testnote: Gut

Kaum hat die ING-DiBa als erste deutsche Großbank ihr Angebot um einen Robo Advisor erweitert, da folgt schon der nächste Schritt. Die Mutter ING bietet mit dem ING Global Index Portfolio ein weiteres Angebot für Kunden, die eine kostengünstige weil weitgehend automatisierte Vermögensverwaltung wünschen. Auch hier müssen Anleger zunächst ihr Risikoprofil bestimmen, dann wird ihr Geld entsprechend der Zielvorgaben in ETFs angelegt. Allerdings ist das ING Global Index Portfolio selbst wiederum als (Dach-) Fonds ausgestaltet. Das hat Vor- und Nachteile gegenüber einer automatisierten Vermögensverwaltung, wie sie die ING-DiBa gerade eingeführt hat. Wir erklären, welche das sind.

Die wichtigsten Daten zum ING Global Index Portfolio

Name ING Global Index Portfolio
Unternehmen ING Solutions Investment Management S.A.
Art des Unternehmens Fondsgesellschaft
Unternehmenssitz Luxemburg
Verwendete Anlageklassen Aktien, Anleihen
Verwendete Produkttypen ETF
Depotbank nach Wahl des Kunden, z.B. ING-DiBa
Mindestanlage 500,- Euro, 50,- Euro bei Sparplan
Sparplan Ab 50,- Euro monatlich
Gebühren 1,35 Prozent
Beratung Keine
App Keine

Vor- und Nachteile auf einen Blick

Die Vorteile:

  1. Über die Hausbank zu erwerben
  2. Moderate Mindesteinzahlung
  3. Keine Kaufgebühren über ING-DiBa
  4. Sparplanfähig

Die Nachteile:

  1. Nur drei Strategien
  2. Vergleichsweise hohe Gebühren
  3. Wenig Informationen auf Website

Testkategorie 1: Die Anlagephilosophie – Nicht bewertet

Auch wenn das ING Global Index Portfolio nicht explizit als Robo Advisor beworben wird, im Grund ist die Konzeption die gleiche wie bei fintego, Whitebox oder Vaamo: Geld wird in ETFs angelegt und je nach Risikoneigung stärker in Aktien und Anleihen investiert. Außerdem wird für eine breite Streuung nach Regionen und Branchen gesorgt. Gezielte Auswahl von Aktien um möglichste hohe Gewinne zu erzielen strebt der Fonds nicht an.

Scalable Capital ING-DiBa

Die ING-DiBa bietet in Zusammenarbeit mit Scalable Capital auch eine automatisierte Vermögensverwaltung – aber erst ab 10.000,- Euro.

Etwas ungewöhnlicher ist die Tatsache, dass das Produkt als Fonds konzipiert ist. Wobei auch das kein Alleinstellungsmerkmal ist, das gleiche gilt auch für easyfolio. Weil das ING Global Investor Portfolio ein Fonds ist, der selbst wiederum in Fonds investiert (genauer gesagt in ETFs), spricht man auch von einem Dachfonds.

Zwischenfazit: Die Qualität der Strategie lässt sich erst später beurteilen, deshalb verzichten wir in dieser Kategorie, wie auch bei allen Konkurrenten, auf eine Bewertung.

Testkategorie 2: Das Angebot – Testnote gut

Wie alle als Fonds konzipierten Angebote hat auch das ING Global Index Portfolio den Nachteil, dass es lediglich eine geringe Zahl von Strategien bietet, nämlich drei. Wer bei der ING-DiBa Geld in die automatisierte Vermögensverwaltung mit Scalable Capital investiert, dem stehen mehr als 20 verschiedene Strategien zur Verfügung.

ING Global Index Portfolio

Drei Strategien stehen zur Auswahl. Das ist weniger als bei der automatisierten Vermögensverwaltung über die ING-DiBa, allerdings genauso viel wie beim direkten Konkurrenten easyfolio.

Die drei Strategien unterscheiden sich vor allem in Bezug auf die Sicherheit. Das unterschiedliche Risiko wiederum wird durch unterschiedliche Aktienquoten erreicht. Je geringer der Aktienanteil, desto unwahrscheinlicher sind große Verluste – aber auch hohe Gewinne.

Nachhaltige Strategien, wie sie beispielsweise VisualVest bietet, fehlen hier. Allerdings sind bei fondsbasierten Konzepten die Auswahlmöglichkeiten generell meist geringer, schließlich muss für jeden Investmentansatz ein eigener Fonds aufgelegt werden.

Zwischenfazit: Die Auswahl von nur drei Strategien ist für Fondsgesellschaften nicht ungewöhnlich.

Testkategorie 3: Ein- und Auszahlungen – Testnote Sehr gut

Nur 500,- Euro beträgt die Mindestanlagesumme, wenn der Fonds bei der ING-DiBa gekauft werden soll. Das ist nicht zwingend notwendig, denn er lässt sich auch über viele andere Broker und Banken erwerben. Allerdings fällt beim Kauf über die Schwestergesellschaft weder ein Ausgabeaufschlag noch eine Kaufgebühr an. 500,- Euro entsprichen rund fünf Anteilen. Die Direktbank bietet ihren Kunden die Möglichkeit für genau 500,- Euro Anteile zu kaufen, auch wenn der Kurs eines Anteils nicht bei genau 100,- Euro liegen sollte. Bei anderen Banken kann man dagegen oft nur ganze Anteile kaufen.

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Auch bei 1822direkt, der Vertriebstochter der Frankfurter Sparkasse, können Kunden den Fonds der ING kaufen. Gleiches gilt auch für viele andere Banken. Ge- und verkauft wird er über die Fondsgesellschaft, denn börsennotiert ist er nicht.

Die Mindesteinzahlung von 500,- Euro entfällt, wenn ein Sparplan angelegt wird. Die Mindestrate pro Monat liegt bei 50,- Euro, das ist ebenfalls sehr niedrig. Ob auch andere Banken und Broker einen Sparplan anbieten, müssen Interessenten im Einzelfall erfragen.

Zwischenfazit: Die Mindesteinzahlung von 500,- Euro ist sehr niedrig, bei einem Sparplan sind sogar nur 50,- Euro nötig. Gekauft werden kann er auch über die Hausbank.

Testkategorie 4 – Gebühren und Kosten – Testnote Befriedigend

Auf den ersten Blick wirken die drei Fonds sehr teuer. Und tatsächlich sind sie auch eher im oberen Preissegment angesiedelt, wenngleich der Unterschied nicht ganz so groß ist wie er zunächst scheint.

Denn wie bei allen Fonds müssen auch beim ING Global Index Portfolio alle Kosten angeben werden. Also auch jene die für die vom Dachfonds gekauften ETFs anfallen und die Anleger auch dann zahlen müssten, wenn sie direkt den ETF erwerben würden. Vermögensverwalter geben dagegen meist nur die Kosten für Wertpapierauswahl, Kauf und Verkauf sowie Verwahrung an. Die sogenannten Zielfondskosten von meist 0,20 bis 0,30 Prozent müssen noch addiert werden.

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Die von den Vermögensverwaltern angegeben Kosten enthalten meist die sogenannten Zielfondskosten von 0,20 bis 0,30 Prozent nicht. Bei Dachfonds wie dem ING Global Index Portfolio sind sie dagegen enthalten. Das muss beim Vergleich berücksichtigt werden.

Auch unter Berücksichtigung dieses Unterschieds ist der ING-Fonds aber vergleichsweise teuer. Die meisten Konkurrenten sind günstiger, selbst wenn die Zielfondskosten addiert werden. Direkt vergleichbar sind die Konkurrenten easyfolio und A.IX Capital, die ebenfalls als Fonds konstruiert und beide günstiger sind.

Weitere Kosten

Positiv ist dagegen, dass zumindest bei dem Kauf über die ING-DiBa keine weiteren Kosten mehr anfallen. Es gibt weder einen Ausgabeaufschlag noch eine Ordergebühr. Der Kunde zahlt lediglich die Fondsgebühren, die prozentual zum angelegten Betrag berechnet werden.

Zwischenfazit: Der Fonds ist vergleichsweise teuer.

Testkategorie 5: Sicherheit – Testnote Sehr gut

Hinter dem Fonds steht die ING Groep N.V., ein niederländischer Versicherungs- und Bankenkonzern mit Sitz in Amsterdam. Er entstand 1990 durch den Zusammenschluss der niederländischen Postbank mit dem Versicherungskonzern Nationale Nederlanden. Die Wurzeln des Unternehmens reichen zurück bis ins Jahr 1881, als die staatliche Rijkspostspaarbank gegründet wurde (frei übersetzt Reichspostsparkasse). Die ING Groep gehört zu den 30 systemrelevanten Banken in Europa, ähnlich wie beispielsweise die Deutsche Bank.

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In Deutschland ist die ING vor allem durch die ING-DiBa bekannt. Hier der Standort in Nürnberg. Foto: Pressebild der ING-DiBa

In Deutschland ist die ING vor allem über ihre Tochter ING-DiBa bekannt. Die Direktbank ist auch einer der wichtigsten Vertriebskanäle für den ING Global Index Fonds und bewirbt ihn offensiv.

Gegründet wurde die deutsche Tochter ursprünglich von einer Allianz aus Gewerkschafter und Politikern. Weil die etablierten Banken ihrer Meinung nach zu wenig Angebote für Kleinstsparer und insbesondere die Anlage der damals neu eingeführten vermögenswirksamen Leistungen machten, gründeten sie einfach eine eigene Bank. Seit 2003 ist die ehemals gewerkschaftseigene Bank eine hundertprozentige Tochter der ING Groep.

Die Fondsgesellschaft

Die ING-DiBa ist allerdings nur Depotbank für die Fondsanteile – und nicht einmal das zwingend. Kundengelder werden von der Fondstochter der ING Groep in Luxemburg verwaltet und angelegt. Auch hier gilt aber, dass hinter dem Angebot ein etablierter Partner steht. Dass der Fonds dadurch erfolgreicher sein Geld anlegt als kleinere Anbieter ist damit natürlich nicht gesagt.

Zwischenfazit: Die ING Groep ist einer der größten Finanzkonzerne Europas.

Testkategorie 6: Website und Apps – Testnote Befriedigend

Die meisten Robo Advisors werden von kleinen Firmen betrieben, die sich ganz auf das Geschäft spezialisiert haben. Andere wie fintego sind zwar im Besitz von Banken, treten aber als eigene Marken auf. Gemeinsam ist ihnen, dass sich jeweils ein eigener Internetauftritt nur mit dem Robo Advisor beschäftigt.

Das ING Global Index Portfolio ist hier eine Ausnahme. Wer nach Informationen zu dem Fonds sucht, landet praktisch immer bei der ING-DiBa. Die hält auch eine ganze Reihe von Informationen bereit, allerdings nicht in der gleichen Qualität und Dichte wie das viele Konkurrenten tun – und wie man das von einer bekannten Direktbank erwartet hätte.

ING Global Index Porfolio Kritik

Information zu den Kosten erhält man erst kurz vor dem Kauf.

Die Produktvorstellung lässt beispielsweise Informationen zu den Kosten vermissen. Zunächst erhält man eine Übersicht über alle drei Fonds mit allgemeinen Informationen. Eine Entscheidungshilfe, wie man sie vor allem von den digitalen Vermögensverwaltern kennt, fehlt. Einziger Hinweis für unsichere Kunden ist, dass die ING-DiBa für die höchste Risikoklasse einen Anlagezeitraum von mindestens acht Jahren empfiehlt, für die mittlere fünf und für die niedrigste zwei.

Fehlende Angaben zu Kosten

Im nächsten Schritt erhält man genauere Informationen zu den Fonds. Die sind übersichtlich und insgesamt gut gemacht, allerdings fehlt die wichtige Frage zu den Kosten. Hier sind die Angaben sogar verwirrend. Die ING-DiBa schreibt, dass sie eine Bestandsprovision in Höhe von 0,62 Prozent erhält. Das ist aber nur der Betrag, den die Bank von der Fondsgesellschaft bekommt, eine Gebühr für die Verwahrung der Wertpapiere sowie eine Belohnung für die Vermittlung von Kunden. Die Gesamtkostenquote liegt mehr als doppelt so hoch.

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Die meisten Banken leben von Provisionen. Das gilt auch für Direktbanken. Die ING-DiBa erhält von ihrem Schwesterunternehmen daher einen Anteil an den Einnahmen.

Die tatsächliche Gebührenhöhe erfährt man erst, wenn man auf „Details + Fonds kaufen“ klickt. Natürlich gibt es auch einen Verkaufsprospekt mit vielen Informationen. Die aber sind schon wieder so umfangreich, dass sie wenig hilfreich sind.

Zwischenfazit: Selbst so wichtige Informationen wie zu den Kosten sind schwer auffindbar.

Testkategorie 7: Service und Beratung – Testnote Sehr Gut

Kaum eine Bank in Deutschland verfügt über so lange Erfahrung als Direktbank. Als älteste deutsche Direktbank gilt zwar vielen die Postbank, die war über die Postämter aber immer auch vor Ort – und besitzt mittlerweile auch eigene Filialen. Die ehemalige Bank für Vermögensbildung und Spareinlagen verzichtet dagegen konsequent auf Niederlassungen. Alle Kunden werden zentral von den drei Standorten in Frankfurt am Main, Nürnberg und Hannover betreut.

Bank für Vermögensbildung und Spareinlagen

Früher brachte der Postbote das Sparbuch, heute arbeitet die ING-DiBa vor allem elektronisch. Selbst die Aufgabe einer Wertpapierorder per Telefon ist seit 2017 nur noch gegen eine Zusatzgebühr möglich.

Das ist nachteilig für Kunden, die sich einen direkten Ansprechpartner wünschen. Sie können den Fonds aber auch über ihren Bankberater bei einer Sparkasse, Volks- und Raiffeisenbank oder einer anderen Filialbank kaufen.

Diba

So fing alles an: In den ersten Jahren der Direktbank war viel Papier im Spiel. Bild: Pressebild der ING-DiBa

Wer sein Geld ohnehin lieber online verwaltet, der profitiert von der langjährigen Erfahrung der ING-DiBa im Direktbankengeschäft. Die Mitarbeiter der Wertpapierabteilung sind an sieben Tagen von den frühen Morgen- bis in die späten Abendstunden erreichbar, die allgemeine Hotline sogar rund um die Uhr.

Neben dem Verzicht auf Filialen gehört auch das Fehlen einer Beratung zu den Grundprinzipien der Bank. Viel Beratung ist aber auch nicht nötig, schließlich soll der Dachfonds eine Art „Rundum-Sorglos-Paket“ bieten. Die Fondsmanager verwalten das Vermögen des Kunden autonom.

Wer trotzdem einen festen Anbieter wünscht, findet ein entsprechendes Angebot aktuell nur bei quirion. Der Robo Advisor der Quirin Privatbank bietet gegen eine leicht erhöhte Verwaltungsgebühr auch einen festen Ansprechpartner. Die Gebühren sind insgesamt trotzdem niedriger als beim ING Global Index Portfolio, allerdings müssen Kunden mindestens 10.000,- Euro investieren.

Zwischenfazit: Der Service ist sehr gut, eine Beratung erhalten Kunden allerdings nicht.

ING Global Index Portfolio Bewertung: Gut

Gerade so erhält das Angebot noch die Testnote gut. Dass der Fonds nicht schlechter abschneidet liegt vor allem am guten Service den Kunden erhalten, wenn sie den Fonds über die ING-DiBa kaufen sowie an der Sparplanfähigkeit und der niedrigen Mindesteinzahlung. Negativ sind dagegen die vergleichsweise hohen Kosten und die wenigen Informationen, die man zu dem Fonds findet. Wer die Bank nicht wechseln will, der sollte die direkten Konkurrenten easyfolio und A.IX Capital ansehen, die beide günstiger sind. Auch DeinAnlageberater.de bietet Geldanlage über die Hausbank, dahinter verbirgt sich aber kein Fonds, sondern Kunden erhalten nur eine Empfehlung. Allerdings bieten Vermögensverwalter durchaus Vorteile und bieten ihre Dienste teilweise ebenfalls ab 500,- Euro an.

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T_Weigel_Autor

Chefredakteur Kredite.org

Peter König

Peter König kümmert sich als hauptverantwortlicher Chefredakteur unseres Portals vor allem um die Themen Aktien, Fonds und Geldanlage. Schon früh hatte König großes Interesse am Wirtschaftsgeschehen und dem Finanzmarkt. Einer Lehre als Bankkaufmann folgte das Studium der Wirtschaftswissenschaften an der Universität Wuppertal. Nach dem Diplom trat der heute 58-Jährige eine Festanstellung als Fondsmanager bei einem großen Geldinstitut an, für das er heute noch in Teilzeit tätig ist.