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Die eigene Bonität im Blick – Teil 1: Kredite mit Minuszinsen riskieren die Kreditwürdigkeit

1.000 Euro leihen und nur 923 Euro zurückzahlen. Mittlerweile können Verbraucher einen Kredit mit Minuszinsen aufnehmen. Wie absurd ist das denn? Ein Kunde nimmt einen Kredit von der Bank auf und wird quasi im Gegenzug dafür mit 5 Prozent „bezahlt“. Was auf den ersten Blick sehr verlockend erscheint (und auch so gewollt ist), kann für Verbraucher jedoch auch einige Nachteile mit sich bringen.

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Mit dieser Artikelreihe möchten wir unsere Leser für das Thema Bonität sensibilisieren. Viele Verbraucher sind sich gar nicht bewusst, welchen Einfluss die persönliche Kreditwürdigkeit im Leben haben kann. Da aktuell Kredite mit Minuszinsen im Trend liegen, beschäftigen wir uns im ersten Artikel mit den Gefahren, die hier vorhanden sind.

Für’s Kreditaufnehmen „bezahlt“ werden – Clevere Einkommensquelle?

Nun könnte es Kunden geben, die einen solchen Kredit nur aufnehmen, um damit Geld zu verdienen. Möglich ist es ja. Allein durch den Minuszins erhält der Kunde ein paar Euro. Gleichzeitig könnte das Geld parallel dazu investiert werden. Abhängig von der Geldanlage, erwirtschaftet das geliehene Geld dann noch ein paar Euro für den Anleger. Das Kapital anderer nutzen, um für sich arbeiten zu lassen. Das klingt doch clever, oder? Was plausibel klingen mag, hat jedoch einen Haken.

Als „Einkommensquelle“ taugen derartige Kredite auf keinen Fall. Hintergrund ist, dass die Darlehen nur bis zu einer Kreditsumme von 1.000 Euro vergeben werden. Des Weiteren ist die Laufzeit ebenfalls auf 12 bzw. 36 Monate festgeschrieben (abhängig vom Anbieter). Und außerdem gibt es diesen Kredit nur einmal pro Person. Nehmen wir o.g. Beispiel, dann erhält der Verbraucher einen Gewinn von rund 77 Euro. Die 1.000 Euro könnte er parallel noch anlegen. Allerdings liegen die Renditen im festverzinslichen Bereich bei fast nahezu 0 Prozent. Doch gehen wir einfach davon aus, dass es der Anleger schafft, einen Gesamtertrag von 100 Euro erwirtschaften.

Kredit mit Minuszinsen

Kredit mit Minuszinsen als Einkommensquelle nutzen? Keine gute Idee…

100 Euro – Nicht schlecht, aber das gibt’s teilweise auch als Bonus für eine Kontoeröffnung im Girokonto Vergleich. Dabei sollten Verbraucher auch bedenken: Der ganze Aufwand für einmalig 100 Euro! Dieses Szenario ist nicht reproduzierbar, so als könnte man das immer und immer wiederholen. Und höhere Kreditsummen als 1.000 Euro sind wie bereits erwähnt, nicht möglich.

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Schufa berücksichtigt nicht den Grund für die Kreditaufnahme

Jetzt kommen wir zu ersten Gefahr die hier vorhanden ist. Die Schufa berücksichtigt bei einer Kreditaufnahme nämlich nicht den Hintergedanken des Kunden. Bei der Bonitätsbeurteilung geht es darum, dass ein Darlehen aufgenommen wurde. Das dieses eventuell nur dazu dient, um damit einen Ertrag zu erwirtschaften, spielt beim Schufa-Score keine Rolle. Auch werden die Zinssätze nicht bei der Schufa eingetragen. Ein Kredit über 1.000 Euro kann dabei für die eigene Bonität sogar negativ sein. Denn das könnte der Schufa signalisieren, dass der Verbraucher nicht einmal 1.000 Euro kurzfristig zur Verfügung hat. Kann der Kunde möglicherweise nicht vorausplanen? Kleinkredite weisen im Allgemeinen auf ein höheres Ausfallrisiko hin. Jeder Kredit ist eine Verbindlichkeit und so wertet ihn die Schufa auch.

Kredit mit Minuszinsen als Ergänzung für größere Finanzierung?

Gehen wir davon aus, dass ein Verbraucher eine größere Finanzierungssumme von beispielsweise 10.000 Euro benötigt. Dabei könnte der Gedanke aufkommen, dass die ersten 1.000 Euro zu Minuszinsen geliehen werden. Dann müsste nur noch ein günstiges Darlehen aus dem Kreditvergleich zu 9.000 Euro aufgenommen werden. Clevere Entscheidung?

Jedes aufgenommene Darlehen stellt für den Score-Wert eine gewisse Belastung dar. Kritisch wird es, wenn kurz nach einem Vertragsabschluss ein weiterer Ratenkredit beantragt wird. Denn die Statistik zeigt, dass Personen, die kurz nach dem ersten Kredit ein weiteres Darlehen benötigen, ein höheres Ausfallrisiko haben. Die Schufa nutzt bei ihrer Bonitätseinschätzung natürlich solche Erfahrungswerte und stuft Verbraucher dementsprechend ein.

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Warum machen die Banken das? Persönliche Daten sind es wert

Warum vergeben Banken Kredite mit Minuszinsen? Die Antwort ist recht simpel: Es handelt sich um Marketingaktionen. Zunächst möchten die Anbieter Aufmerksamkeit gewinnen, was sie auch definitiv geschafft haben. Im zweiten Schritt erhalten sie umfangreiche persönliche Daten der Antragsteller. Einige Banken weisen sogar daraufhin, dass sie die Daten auch dann weiterverwenden dürfen, wenn kein Abschluss zustande kommt.

Welche Daten bekommen die Banken? Häufig ist ein digitaler Kontocheck erforderlich, bei dem eine Software sämtliche Kontoumsätze ausliest:

  • Nettoeinkommen
  • Höhe der Miete
  • Versicherungsbeiträge
  • Anzahl und Ausgaben für Kfz
  • Strom
  • Internet
  • Handy usw.

Diese Daten können für gezielte personalisierte Werbung genutzt werden: Versicherungsvergleich, Angebot für Stromanbieter, Handy-Tarif wechseln, etc. Mit den Daten des Kunden wird häufig Profit gemacht. Und das ist den Banken rund 80 Euro wert.

kredit mit minuszinsen nachteile

Schon allein mit der Kreditanfrage werden umfangreiche persönliche Daten gesammelt – unabhängig, ob es auch zu einem Abschluss kommt.

Wann ist ein Kredit mit Minuszinsen sinnvoll?

Wann wäre denn ein Kredit mit Minuszinsen sinnvoll? Um damit den Dispo auszugleichen eher nicht. Denn in der Regel müssen die Antragsteller über eine exzellente Bonität verfügen. Ein solches Darlehen könnte Sinn machen, um eine Nutzung des Dispokredits zu vermeiden, zum Beispiel weil sich der Verbraucher ein neues Sofa anschaffen möchte.

Wer definitiv in absehbarer Zeit auch keine weiteren Kredite benötigt, könnte das Risiko der Bonitätsverschlechterung ebenfalls eingehen. Nach Rückzahlung des Kredits, im o.g. Beispiel nach 3 Jahren, und unter der Annahme, dass sich sonst nichts verändert, wäre die Bonität höchstwahrscheinlich auf demselben Niveau wie zuvor.

Fazit: Kredit mit Minuszinsen kann sich lohnen, aber…

Ein Kredit mit Minuszinsen ist aus rein finanzieller Sicht ein Gewinn für den Kunden. Wer aktuell eine Anschaffung im Bereich von um die 1.000 Euro tätigen möchte und sonst keine weiteren Darlehen aufnehmen möchte, könnte damit gut beraten sein. Doch die möglichen Nachteile die damit verbunden sind, sollten unbedingt im Blick behalten werden: Verschlechterung der Bonität und Verwendung umfangreicher persönlicher Daten durch die Bank. Wir möchten an dieser Stelle aber auch betonen, dass ein Kredit mit Minuszins die eigene Bonität nicht automatisch verschlechtert. Es könnte sein, muss aber nicht. In die Bonitätsbewertung der Ratingagenturen, wie beispielsweise der Schufa, fließen noch viele weitere Faktoren mit ein.

Wer ein größeres Finanzierungsvolumen benötigt, sollte stattdessen gleich einen klassischen Ratenkredit Vergleich durchführen. Auch aus Sicht der Bonität ist das wesentlich günstiger, als zwei Darlehen aufzunehmen.

Nächste Woche geht’s weiter mit der Rubrik „Die eigene Bonität im Blick – Teil 2: Wie Kleinkredite und 0-Prozent Finanzierungen die Kreditwürdigkeit verschlechtern“.

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Brigitte Papst

Redakteurin Kredite.org

Brigitte Papst

Brigitte Papst schreibt als freie Redakteurin über Finanz-, Immobilien- und Verbraucherthemen. Sie studierte Volkswirtschaftslehre an der Universität in Münster sowie "International Relations" (M.A) an der University of Birmingham (Großbritannien). Neben ihrer journalistischen Tätigkeit arbeitet Papst als Unternehmens- und Anlageberaterin. Sie ist verheiratet und hat zwei Kinder.