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Sollzinssatz und Effektivzins – Was ist der Unterschied?

Bei Krediten wird neben dem jährlichen Sollzinssatz immer noch ein effektiver Jahreszins angegeben. Beim Tages- und Festgeldern ist das unüblich, aber auch hier gibt es mitunter einen Unterschied zwischen dem Jahreszins und den tatsächlich im Laufe des Jahres anfallenden Zinsen. Schuld daran ist eine Besonderheit bei der Berechnung.

Umfassender effektiver Jahreszins

Als die Angabe eines effektiven Jahreszins zur Pflicht wurde, sollte er vor allem auch weitere Kosten mit berücksichtigen. Beispielsweise die Gebühren beim Abschluss eines Kreditvertrags oder Prämien für von der Bank verlangte Kreditversicherungen.

Mittlerweile sind Gebühren für den Kreditabschluss aber verboten. Auch verpflichtende Kreditversicherungen sind selten. Zumal viel Kreditvergleiche sich am effektiven Jahreszins orientieren und diese Darlehen dann meist weiter hinten landen. Schließlich kosten Kreditversicherungen Geld.

Kredit für Arbeitslose

Kreditversicherungen springen beispielsweise bei Arbeitslosigkeit ein. Sind sie verpflichtend, müssen die Kosten aber in den effektiven Jahreszins mit einfließen. Foto: Bundesagentur für Arbeit

Der Unterschied zwischen Effektivzinssatz und Sollzinssatz ist deshalb klein geworden, er besteht aber weiter. Und es gibt ihn auch bei einigen Sparprodukten, selbst wenn dort meist kein Effektivzins ausgewiesen wird.

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Besonderheiten bei der ZInsberechnung

Man könnte sagen, dass sich die Banken bei den Zinsen seit Jahrhunderten verrechnen. Das ist vielleicht etwas überspitzt formuliert, aber nicht ganz falsch. Tatsächlich halten sich die Kreditinstitut bei der Berechnung nicht an die Regeln der Mathematik.

Zinsen werden als Jahreszins angegeben, bei Krediten aber üblicherweise monatlich in Rechnung gestellt. Beim klassischen Ratenkredit zahlt der Kunde jeden Monat eine Rate, die sich aus einem Zins- und einem Tilgungsanteil zusammensetzt. Deshalb werden monatlich auch die Zinsen berechnet.

Individuelle Kreditkonditionen

Der Sollzinssatz liegt bei Krediten meist unter dem effektiven Jahreszins. Hier liegt er im günstigsten Fall bei 6,79 Prozent. Der niedrigste effektive Jahreszins beträgt dann 7,00 Prozent. Der Screenshot zeigt aber noch etwas anderes, nämlich wie stark die Zinsen seitdem gefallen sind.

Üblicherweise stellt die Bank jeden Monat ein Zwölftel des Jahreszinses in Rechnung. Beträgt der Zinssatz im Jahr also 3,00 Prozent, dann werden monatlich 0,25 Prozent berechnet. Mathematisch gesehen ist das allerdings nicht korrekt. Um den Durchschnitt bei einem Zuwachs zu berechnen, müssten die Banken eigentlich das geometrische Mittel heranziehen.

schuld ist der Zinseszinseffekt

Wer monatlich 0,25 Prozent Zinsen zahlt, kommt am Ende teurer davon als ein anderer Kunde, der einmalig am Jahresende 3,00 Prozent zahlt. Wenn nicht getilgt wird steigen seine Schulden durch die Zinsen im Jahr um 3,04 statt 3,00 Prozent. Schuld daran ist der Zinseszinseffekt. Werden schon nach dem ersten Monat Zinsen fällig, werden sie in den übrigen elf Monaten mitverzinst.

Infografik: Entwicklung der Kreditzinsen in verschiedenen Euro-Ländern | Statista Mehr Statistiken finden Sie bei Statista

Dass in den meisten Fällen kein realer Zinseszins anfällt, weil die Zinsen sofort bezahlt werden, spielt bei der Berechnung keine Rolle. Immerhin könnte der Kunde bei einer jährlichen Zinsberechnung das Geld sofort in die Tilgung investieren.

Effektiver Jahreszins beim Sparen

Beim Sparen ist die Angabe eines effektiven Jahreszinses nicht üblich. Grundsätzlich gelten aber die gleichen Regeln wie bei Krediten. Wenn eine Bank beispielsweise 0,4 Prozent Zinsen pro Jahr verspricht und gleichzeitig quartalsweise Zinsen zahlt, dann erhält der Kunde 0,1 Prozent Zinsen pro Quartal und profitiert von einem Zinseszinseffekt.

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Auch beim Sparen liegt der tatsächliche Zins über den ausgewiesenen, wenn die Bank quartalsweise oder monatlich Zinsen zahlt. Allerdings ist das nur selten der Fall.

Wie groß ist der Unterschied?

Allerdings ist der Unterschied zwischen den Zinsen gerade beim Sparen relativ gering. Nur wenige Institute bieten noch Zinsen über 1,0 Prozent, oft ausländische Banken. Der Unterschied in der Berechnung fällt kaum noch ins Gewicht. Auf zwei Nachkommastellen berechnet fällt der Unterschied bei einem Jahreszins von 0,40 Prozent bei quartalsweiser Zinszahlung noch nicht einmal auf. Auch einschließlich Zinseszinsen beträgt die Verzinsung übers Jahr gesehen 0,40 Prozent. Erst in der dritten Nachkommastelle zeigt sich ein kleiner Unterschied, auf vier Nachkommastellen berechnet beträgt er 0,0006 Prozentpunkte.

Scalable Capital ING-DiBa

Mit einer unterjährigen Verzinsung werden die aktuellen Tagesgeldzinsen auch nicht viel attraktiver. Mit einer automatisierten Vermögensverwaltung wollen die ING-DiBa und Scalable Capital jetzt Sparer ansprechen, die höhere Erträge, aber ihr Geld nicht selbst verwalten wollen.

Eine unterjährige Verzinsung ist also keine Antwort auf die aktuellen Niedrigzinsen. Schon eher können neue Anlageformen wie die automatisierte Vermögensverwaltung mit Hilfe von Robo Advisors hier helfen.

Bei höheren Steigerungsraten sieht das aber anders aus. Verdoppelt sich die Schuld innerhalb eines Jahres, also bei einem Zinssatz von 100 Prozent, dann läge die Summe nach einem Jahr bei rund 261 Prozent statt 200 Prozent des Ausgangswertes, wenn die Zinsen monatlich als ein Zwölftes des Sollzinssatzes berechnet werden und nicht getilgt wird. Bei einer täglichen Zinsberechnung wären die Schulden nach einem Jahr sogar 2,71 Mal so hoch. Je öfter die Zinsen berechnet werden, desto höher der Zinseszinseffekt. Diese sogenannte Eulersche Zahl ist eine der wichtigsten Zahlen der Mathematik.

Fazit

Entscheidend ist der effektive Jahreszins. Bei Sparangeboten bringt eine unterjährige Verzinsung tatsächlich einen Gewinn. Allerdings ist der Zinseszinseffekt angesichts der niedrigen Zinsen ebenfalls gering. Einen Ausweg bieten womöglich neue Angebote wie die Vermögensverwaltung per Robo Advisor. Aber auch andere Investitionen können sinnvoll sein, beispielsweise in eine neue Solaranlage oder das Sichern der niedrigen Zinsen durch einen Bausparvertrag.



Eike Kewitz

Chefredakteur Kredite.org

Eike Kewitz

Nach seinem Abitur machte sich Eike unmittelbar als freiberuflicher Texter selbstständig und baute sein Unternehmen selbst während seiner folgenden Vollzeit-Ausbildung im Marketing immer weiter aus. Mittlerweile hat er sich vor allem auf das Ressort Finanzen - Kredite, Konten, Geldanlage - spezialisiert und steuert als Hauptredakteur nun auch für uns regelmäßig News und Ratgeber bei. Neben diesem Portal ist er in weiteren spannenden Projekten involviert.