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Was sind Positivmerkmale bei der Schufa?

Wer schon einmal einen Kredit bei einer Bank aufgenommen hat, ist zwangsläufig auch mit der Schufa in Kontakt gekommen. Denn die Schufa, die ihren Hauptsitz in Wiesbaden hat, und über 700 Mitarbeiter beschäftigt, ist Deutschlands führende Wirtschaftsauskunftei. Die Schufa sammelt wirtschaftsrelevante Informationen über Privatpersonen und Unternehmen und stellt sie ihren Vertragspartnern bei Bedarf zur Verfügung. Unter diesen Vertragspartnern befinden sich neben Banken und Sparkassen auch Energieversorger, Telekommunikationsanbieter, Versand- und Handelshäuser oder Leasingunternehmen. Insgesamt sind es über 8.500 Vertragspartner, die von der Schufa Informationen beziehen. Banken und Sparkassen sind aber nicht nur wichtige Kunden der Schufa, sondern zugleich auch ihre größten Anteilseigner. Denn seit dem Jahr 2000 ist die Schufa eine Aktiengesellschaft.

Welche Daten zählen zu den Positivmerkmalen?

Es ist gemeinhin bekannt, dass die Schufa Negativmerkmale über das Fehlverhalten von Verbrauchern sammelt. Weit weniger bekannt dürfte hingegen sein, dass die Schufa neben den Negativmerkmalen auch Positivmerkmale in ihrem Datenbestand gespeichert hat. Unter diese Positivmerkmale fallen alle Eintragungen, die über ein vertragskonformes Verhalten des Verbrauchers informieren. Für die Kreditaufnahme besondere wichtig, sind die Positivmerkmale, die eine ordnungsgemäße Rückzahlung vergangener Kredite belegen. Darüber hinaus speichert die Schufa aber auch allgemeine Informationen über die Eröffnung eines Girokontos, die Aufnahme eines Kredits, die Beantragung einer Kreditkarte, den Abschluss eines Mobilfunkvertrags oder den Kauf auf Raten. Diese Positivmerkmale zeigen also letztlich, dass ein Verbraucher wirtschaftlich aktiv ist und dabei zuverlässig und umsichtig handelt. Bei der Schufa sind insgesamt 682 Millionen Datensätze zu 66,3 Millionen Privatpersonen hinterlegt. Nach eigenen Angaben der Schufa sind zu über 90 Prozent der Personen ausschließlich Positivmerkmale gespeichert.

Warum speichert die Schufa Positivmerkmale?

Wenn ein Unternehmen bei einem Geschäft in Vorleistung treten muss, besteht immer das Risiko eines Zahlungsausfalls. Für die Unternehmen ist es wichtig einschätzen zu können, wie groß dieses Risiko bei dem jeweiligen Kunden ist. Hier kommt die Schufa ins Spiel. Die von der Schufa bereitgestellten Informationen helfen den Unternehmen, eine fundierte Entscheidung über das Zustandekommen oder die Ablehnung einer Geschäftsbeziehung zu treffen. So können die Unternehmen ihr Geschäftsrisiko minimieren. Deshalb kommen Schufa-Abfragen heutzutage längst nicht mehr nur bei der Beantragung von Krediten, sondern auch bei einem Kauf auf Raten oder dem Abschluss von Handyverträgen zum Einsatz.

Darüber hinaus betreibt die Schufa ein sogenanntes Scoring. Dabei wird unter Zuhilfenahme mathematisch-statistischer Verfahren aus den gespeicherten Positivmerkmalen und Negativmerkmalen eine Prognose für die Zukunft erstellt. Die Positivmerkmale und Negativmerkmale werden praktisch zu einer einzigen Kennzahl zusammengefasst, die Auskunft darüber geben soll, wie wahrscheinlich es ist, dass jemand in Zukunft seinen Zahlungsverpflichtungen ordnungsgemäß nachkommt. Es werden von der Schufa sowohl branchenspezifische Score-Werte als auch ein branchenübergreifender Basisscore errechnet. Der Basisscore, der alle drei Monate von der Schufa aktualisiert wird, hat immer einen Wert zwischen null und hundert Prozent. Je höher dieser Wert ist, desto geringer wird das Risiko eingestuft, das es in Zukunft zu Zahlungsstörungen kommen kann. Mit welcher Gewichtung die einzelnen Positivmerkmale in die Berechnung der Score-Werte einfließen, ist allerdings nicht bekannt, da die Schufa das genaue Berechnungsverfahren streng geheim hält.

Wer erfährt von Positivmerkmalen?

Die Schufa gibt die gespeicherten Daten nicht einfach an beliebige Interessenten weiter. Um Informationen von der Schufa zu erhalten, muss man ein Vertragspartner der Schufa sein. Bei den Vertragspartnern, denen die Schufa Informationen zur Verfügung stellt, wird zwischen A-Vertragspartnern und B-Vertragspartnern unterschieden. Zu den A-Vertragspartnern der Schufa gehören Banken und Sparkassen. Auf der andern Seite zählen u.a. Versand- und Handelshäuser, Energieversorger sowie Telekommunikationsanbieter zu den B-Vertragspartnern. Wenn es darum geht, in welchem Umfang Informationen zur Verfügung gestellt werden, gibt es erhebliche Unterschiede zwischen A-Vertragspartnern und B-Vertragspartnern.

Bei einer Anfrage der A-Vertragspartner werden von der Schufa sowohl bankrelevante Positivmerkmale als auch bankrelevante Negativmerkmale übermittelt. Darüber hinaus haben die A-Vertragspartner auch noch Zugriff auf die Negativmerkmale aus anderen Branchen. Demgegenüber müssen sich die B-Vertragspartner mit weitaus weniger Informationen zufriedengeben. Sie erhalten nur Einsicht in die bei der Schufa gespeicherten Negativmerkmale. Auf die Positivmerkmale haben die B-Vertragspartner in den meisten Fällen keinen Zugriff. Einzige Ausnahme sind die Telekommunikationsanbieter, die zusätzlich zu den Negativmerkmalen auch die Positivmerkmale erfahren, allerdings nur aus ihrer Branche. Welche Unternehmen die Positivmerkmale oder Negativmerkmale an die Schufa gemeldet haben, erfahren weder die A-Vertragspartner noch die B-Vertragspartner. Voraussetzung für die Herausgabe von Information ist allerdings grundsätzlich, dass der jeweilige Vertragspartner auch ein berechtigtes Interesse vorweisen kann.

Welche Auswirkungen haben die Positivmerkmale?

Wenn ein Kredit aufgenommen werden soll, wollen sich die Banken erst einmal ein Bild von dem potenziellen Kreditnehmer machen, um einschätzen zu können, ob dieser in Zukunft seinen Kreditverpflichtungen nachkommen wird. Dazu holen die Banken grundsätzlich erst einmal eine Schufa Auskunft ein. Wenn dann entsprechende Positivmerkmale, beispielsweise über die ordnungsgemäße Rückzahlung eines früheren Kredits, angezeigt werden, signalisiert das der Bank, dass es sich um einen zuverlässigen Kunden handelt, der in der Vergangenheit immer seinen Zahlungsverpflichtungen nachgekommen ist. Daher wird die Bank eher bereit sein, so einem Kunden auch wieder einen Kredit zu bewilligen. Demgegenüber sind Kunden, die bisher kaum im Geschäftsleben aktiv waren und über die deshalb keine oder nur wenige Positivmerkmale bei der Schufa gespeichert sind, wesentlich schwieriger für die Banken einzuschätzen.

Besonders wichtig sind Positivmerkmale für Risikokunden wie etwa Existenzgründer und Jungunternehmer. Bei diesen Kunden sind die Banken häufig besonders vorsichtig, wenn es um die Vergabe von Krediten geht. Positivmerkmale können dann helfen, die Bank davon zu überzeugen, dass seriös gewirtschaftet wird und somit den Weg für eine Kreditvergabe freimachen. Auch bei Kreditsuchenden, die der Bank keine oder nur wenige Sicherheiten anbieten können, können Positivmerkmale helfen, den gewünschten Kredit trotzdem zu erhalten.

Wie erfahre ich von meinen Positivmerkmalen?

Wenn Sie wissen wollen, welche Positivmerkmale die Schufa über Sie gespeichert hat, können Sie eine Selbstauskunft bei der Schufa einholen. Einmal im Jahr ist das sogar kostenlos möglich. Dies wird durch § 34 BDSG (Bundesdatenschutzgesetz) festgelegt. Die kostenlose Selbstauskunft muss per Post bei der Schufa angefordert werden. Ein Musterschreiben zur Anforderung der Selbstauskunft erhalten Sie direkt hier auf Kredite.org. Zusätzlich müssen Sie eine Kopie des Personalausweises oder eine Kopie des Reisepasses und eine Kopie einer Meldebescheinigung zu Identifikation beilegen. Neben der kostenlosen Selbstauskunft per Post bietet die Schufa auch noch einen kostenpflichtigen Online Zugang an. Für diesen Online-Zugang müssen monatlich 3,95 Euro gezahlt werden. Hinzukommt noch eine einmalige Aktivierungsgebühr in Höhe von 9,95 Euro.

Wie lange werden Positivmerkmale von der Schufa gespeichert?

Der Datenbestand der Schufa wird stetig aktualisiert. Neue Daten kommen hinzu, dafür werden alte Daten nach einer bestimmten Zeit wieder entfernt. Für die einzelnen Positivmerkmale gelten unterschiedliche Löschfristen. Informationen über Kredite bleiben noch drei Jahre nach dem Jahr der Rückzahlung im Datenbestand der Schufa gespeichert. Auch Informationen zu Kreditkartenkonten werden erst drei Jahre nach dem Ende der Geschäftsbeziehung gelöscht. Demgegenüber werden Informationen zu Girokonten und Telekommunikationskonten schon direkt nach der Auflösung des entsprechenden Kontos von der Schufa wieder gelöscht.

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Content Department

Chefredakteur Kredite.org

Peter König

Peter König kümmert sich als hauptverantwortlicher Chefredakteur unseres Portals vor allem um die Themen Aktien, Fonds und Geldanlage. Schon früh hatte König großes Interesse am Wirtschaftsgeschehen und dem Finanzmarkt. Einer Lehre als Bankkaufmann folgte das Studium der Wirtschaftswissenschaften an der Universität Wuppertal. Nach dem Diplom trat der heute 58-Jährige eine Festanstellung als Fondsmanager bei einem großen Geldinstitut an, für das er heute noch in Teilzeit tätig ist.