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Negativen SCHUFA Eintrag löschen – diese Möglichkeiten gibt es bei Negativeinträgen

Das Wichtigste in Kürze:

  • SCHUFA speichert nicht nur Negativmerkmale, sondern auch Positivmerkmale wie eine Kontoeröffnung oder die einwandfreie Rückzahlung eines Kredites
  • Unser Tipp: Nutzen Sie die jährliche kostenfreie Selbstauskunft um Ihre Bonität und Negativeinträge im Blick zu behalten
  • Die meisten Negativeinträge werden nach drei Jahren von der Schufa wieder gelöscht. Wenn eine Forderung unter 2.000 Euro innerhalb von sechs Wochen beglichen wurde besteht zudem die Möglichkeit einer vorzeitigen Löschung
  • Wenden Sie sich bei unberechtigten oder veralteten Negativeinträgen direkt an die SCHUFA: 0611 – 92780

Auch wenn die Schufa meist im Hintergrund arbeitet, hat sich doch großen Einfluss auf das alltägliche Wirtschaftsleben. Denn die Schufa ist mit über 8.500 Vertragspartnern Deutschlands wichtigste Wirtschaftsauskunftei. Von ihren Informationen hängt ab, ob Verträge zustande kommen oder nicht. Die Datenbank der Schufa umfasst 682 Millionen Datensätze zu 66,3 Millionen Privatpersonen.

Negativeinträge herausfinden – Selbstauskunft bei der Schufa einholen

Wenn ein Kreditantrag abgelehnt wurde oder Ihnen eine Ratenzahlung verwehrt wurde, ist das ein Indiz dafür, dass Negativeinträge bei der Schufa vorliegen. Wenn Sie herausfinden wollen, welche Negativeinträge bei der Schufa gespeichert sind, sollten Sie eine Selbstauskunft bei der Schufa einholen. Seit dem Jahr 2010 ist durch § 34 Bundesdatenschutzgesetz gesetzlich festgelegt, dass jeder Bundesbürger einmal pro Jahr gebührenfrei eine Selbstauskunft bei der Schufa anfordern darf. Die kostenlose Selbstauskunft nach § 34 BDSG muss per Post bei der Schufa angefordert werden. Ein entsprechendes Musterschreiben finden Sie auf Kredite.org. Vergessen Sie nicht, zur Identitätskontrolle eine Kopie Ihres Ausweises oder Reisepasses beizufügen.

Wer häufiger Einblick in seine Schufa-Daten nehmen möchte, kann sich einen Online-Zugang von der Schufa einrichten lassen. Für diesen Service werden alle 3,95 Euro pro Monat von der Schufa berechnet. Hinzukommt noch eine einmalige Aktivierungsgebühr in Höhe von 9,95 Euro. Dafür können Sie dann auch jederzeit Ihre Daten kontrollieren. Außerdem werden Sie auf Wunsch auch per E-Mail oder SMS automatisch über alle wichtigen Änderungen im Datenbestand auf dem Laufenden gehalten.

Löschfristen: Wie lange bleiben Negativeinträge bestehen?

Negativeinträge können einem eine Menge Schwierigkeiten bereiten. Glücklicherweise bleiben sie im Normalfall aber nicht für immer bestehen. Denn es gibt gesetzlich festgelegte Löschfristen, nach deren Ablauf, ein Negativeintrag von der Schufa wieder gelöscht werden muss. Für die meisten Negativeinträge gilt, dass diese nach drei Jahren von der Schufa wieder gelöscht werden müssen. Darunter fallen alle Negativeinträge, die aus den Schuldnerverzeichnissen der Amtsgerichte stammen, wie etwa ein Negativeintrag wegen Abgabe einer eidesstattlichen Versicherung. Die gleiche Frist gilt auch für Eintragungen über die Versagung einer Restschuldbefreiung oder die Abweisung eines Insolvenzantrages. Negativeinträge wegen nicht vertragsgemäßem Verhalten werden nach drei vollen Kalenderjahren gelöscht, wenn die damit verbundenen Forderungen inzwischen beglichen worden sind. Eine längere Frist gilt für Negativeinträge wegen Aufnahme eines Verbraucherinsolvenzverfahrens. Diese bleiben sogar für sechs Jahre im Datenbestand der Schufa bestehen.

Negativeinträge vor Ablauf der Löschfrist von der Schufa löschen lassen

Der Verbraucher ist natürlich daran interessiert, Negativeinträge möglichst schnell wieder loszuwerden. Unter bestimmten Voraussetzungen besteht die Möglichkeit, einen Negativeintrag auch vor Ablauf der Löschfrist von der Schufa löschen zu lassen. Die Möglichkeit einer vorzeitigen Löschung besteht zum einen, wenn eine Forderung unter 2.000 Euro, innerhalb von sechs Wochen beglichen wurde, und der Gläubiger der Schufa dies auch bestätigt. Verbrauchern, bei denen es aufgrund kurzfristiger finanzieller Engpässe zu Zahlungsstörungen gekommen soll dadurch die Chance eingeräumt werden, durch einen kurzfristigen Zahlungsausgleich, den langfristigen Konsequenzen eines Negativeintrags entgegenzuwirken.

Negativeinträge über eine eidesstattliche Versicherung oder zu einem Haftbefehl zur Erzwingung einer eidesstattlichen Versicherung werden normalerweise erst nach Ablauf von drei Jahren von der Schufa wieder gelöscht. Eine besteht jedoch auch die Möglichkeit, diese Negativeinträge vorzeitig loszuwerden. Wenn die eidesstattliche Versicherung oder der Haftbefehl zur Erzwingung einer eidesstattlichen Versicherung vom Amtsgericht aus dem Schuldnerverzeichnis gelöscht wurde, können Sie der Schufa den Löschbescheid des Amtsgerichtes vorlegen und ebenfalls eine vorzeitige Löschung des entsprechenden Eintrags im Schufa-Datenbestand verlangen.

Falsche oder veraltete Daten löschen – Löschantrag bei der Schufa stellen

Es hat sich schon häufiger gezeigt, dass auch die vermeintlich allwissende Schufa nicht frei von Fehlern ist. Daher kann es durchaus vorkommen, dass falsche Daten oder veraltete Daten, die eigentlich bereits hätten gelöscht werden müssen, weiterhin im Datenbestand der Schufa auftauchen. Das ist natürlich besonders ärgerlich, wenn man dadurch bei Banken und anderen Unternehmen zu Unrecht als Risikokunde eingestuft wird. Wer sicherstellen will, dass keine veralteten oder falschen Negativeinträge bei der Schufa gespeichert sind, sollte deshalb in regelmäßigen Abständen seine Daten genau kontrollieren. Wenn dabei festgestellt wurde, dass ein Negativeintrag veraltet oder falsch ist, sollten Sie umgehend mit der Schufa Kontakt aufnehmen und eine Löschung des entsprechenden Negativeintrags fordern. Die Schufa bietet für betroffene Verbraucher eine Service-Hotline unter der Nummer 0611 – 92780. Es ist aber auf jeden Fall empfehlenswert, den Löschantrag bei der Schufa auch schriftlich einzureichen:

SCHUFA Holding AG
Privatkunden ServiceCenter
Postfach 103441
50474 Köln

Bei falschen Einträgen sollten Sie außerdem auch immer den Verursacher des Eintrags, also das Unternehmen, das die Daten an die Schufa weitergeleitet hat, anschreiben und eine Berichtigung der falschen Angaben verlangen. Denn grundsätzlich sind die Vertragspartner der Schufa, die für den falschen Eintrag verantwortlich sind, zu einem Widerruf gegenüber der Schufa verpflichtet und können gegebenenfalls auch für die Folgen eines unrichtigen Eintrags haftbar gemacht werden.

Welchen Einfluss haben Negativeinträge auf die Kreditvergabe?

Besonders für Personen, die einen Kredit aufnehmen, können Negativeinträge zu einem echten Problem werden. Denn vor der Kreditvergabe wird von den Banken und Sparkassen grundsätzlich erst einmal eine Schufa-Auskunft angefordert. Die Daten der Schufa nutzt die Bank zusammen mit anderen Informationen wie etwa der Höhe des Einkommens, um die Kreditwürdigkeit des Kunden zu beurteilen. Denn die Bank muss immer abwägen, wie groß die Gefahr ist, dass es später zu einem Kreditausfall kommen könnte. Wurde im Rahmen der Schufa-Abfrage festgestellt, dass bei dem Kunden Negativeinträge vorhanden sind, ist daher die Wahrscheinlichkeit groß, dass die Bank, den Kreditantrag ablehnt, da ihr das Risiko zu groß erscheint.

Welche Negativmerkmale werden von der Schufa gespeichert?

Die Schufa sammelt Daten über die geschäftlichen Aktivitäten von Privatpersonen. Hat sich eine Person im Geschäftsleben in der Vergangenheit ein Fehlverhalten zuschulden kommen lassen, wird dies als Negativmerkmale von der Schufa gespeichert. Dazu gehören zum einen Informationen über ein nicht vertragsgemäßes Verhalten beispielsweise ein nicht ordnungsgemäß zurückgezahlter Kredit oder eine Kontokündigung. Darüber hinaus werden auch Informationen über die Abgabe einer eidesstattlichen Versicherung oder die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens von der Schufa als Negativmerkmale gespeichert.

Weiche vs. harte Negativmerkmale: Was ist der Unterschied?

Bei den Negativmerkmalen wird zwischen weichen und harten Negativmerkmalen unterschieden. Bei den harten Negativmerkmalen handelt es sich um Informationen aus Schuldnerverzeichnissen der Amtsgerichte oder öffentlichen Verzeichnissen der Insolvenzgerichte. Darunter fallen die Abgabe einer eidesstattlichen Versicherung, ein Haftbefehl zur Erzwingung einer eidesstattlichen Versicherung oder die Eröffnung eines Verbraucherinsolvenzverfahrens. Die weichen Negativmerkmale stammen hingegen von den Vertragspartnern der Schufa, beispielsweise Informationen über die Kündigung eines Kredits.

Die Schufa-Klausel: So kommt die Schufa an unsere Daten

Doch wie kommt die Schufa eigentlich an unsere Daten? Die meisten der bei der Schufa zu Privatpersonen gespeicherten Daten stammen direkt von den Vertragspartnern der Schufa. Dazu gehören Mobilfunkanbieter, Energieversorger und natürlich Banken und Sparkassen. Wenn Sie schon einmal Kreditvertrag bei einer Bank unterzeichnet haben, wird Ihnen vermutlich auch die sogenannte Schufa-Klausel begegnet sein. Mit Ihrer Unterschrift stimmen Sie zu, dass die Bank die Informationen an die Schufa weitergeben darf. Neben ihren Vertragspartnern dienen der Schufa auch öffentliche Verzeichnisse und amtliche Bekanntmachungen als Informationsquelle.

Was tun, wenn die Schufa sich weigert, Negativeinträge zu löschen?

Sie haben unrichtige oder veraltete Negativeinträge entdeckt und die Schufa aufgefordert, diese zu löschen, doch die Schufa weigert sich, dieser Forderung nachzukommen. In diesem Fall sollten Sie sich an den Ombudsmann der Schufa wenden. Hierbei handelt es sich um eine neutrale Schlichtungsstelle, die bei Streitigkeiten zwischen Verbrauchern und der Schufa vermittelt. Sie müssen Ihre Beschwerde schriftlich unter der folgenden Adresse einreichen mit einer umfassenden Beschreibung des Sachverhaltes und Kopien aller relevanten Unterlagen:

SCHUFA Ombudsmann
Postfach 5280
65042 Wiesbaden

Wenn der Ombudsmann zu dem Ergebnis kommt, dass der Verbraucher im Recht ist, kann er eine Korrektur des Datensatzes veranlassen. Im Zweifelsfall kann er zunächst auch eine erneute Überprüfung der beanstandeten Meldung bei dem betreffenden Vertragspartner der Schufa in die Wege leiten. Das Schlichtungsverfahren beim Ombudsmann der Schufa ist für den Verbraucher kostenlos.

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Content Department

Chefredakteur Kredite.org

Peter König

Peter König kümmert sich als hauptverantwortlicher Chefredakteur unseres Portals vor allem um die Themen Aktien, Fonds und Geldanlage. Schon früh hatte König großes Interesse am Wirtschaftsgeschehen und dem Finanzmarkt. Einer Lehre als Bankkaufmann folgte das Studium der Wirtschaftswissenschaften an der Universität Wuppertal. Nach dem Diplom trat der heute 58-Jährige eine Festanstellung als Fondsmanager bei einem großen Geldinstitut an, für das er heute noch in Teilzeit tätig ist.