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Robo Advisor – Was ist das? Ein Ratgeber und eine Definition

Robo Advisor sollen die Ersparnisse der Deutschen retten. Bisher liegt viel Geld unverzinst oder nahezu unverzinst auf Giro– und Tagesgeldkonten. An der Börse spekulieren ist den meisten zu unsicher. Außerdem haben sie keine Zeit oder Lust sich mit dem täglichen Börsengeschehen zu befassen. Hier sollen Robo Advisor helfen. Sie bieten auch Kleinanlegern ein professionelles Vermögensmanagement. Im Gegensatz zu bekannten Trading-Programmen ist das Ziel eine umfassende, langfristig ausgerichtete Geldanlage und nicht Spekulation. Wie gut sind sie und für wen sind sie geeignet?

Eine kurze Robo Advisor Definition

InfoWörtlich übersetzt ist ein Robo Advisor ein Roboter Berater. Das darf man sich natürlich nicht vorstellen wie den berühmten C-3PO, den berühmten humanoiden Roboter aus Star Wars. Auf den Fluren von Firmen wie Scalable Capital oder VisualVest laufen keine Roboter in schwarzen Anzügen über die Flure. Besser wäre die Bezeichnung Algo Advisor. Denn Kern des Ganzen ist ein Algorithmus, genauer gesagt ein Computerprogramm das nach bestimmten Kriterien die Geldanlage plant.

Robo Advisor Bild

Ein Robo Advisor ist natürlich kein echter Roboter wie dieser Industrieroboter. Foto: Pressebild der Kuka AG

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Dabei wird der Begriff oft sowohl für ein entsprechendes Computerprogramm verwendet als auch für die Vermögensplanung auf deren Basis und sogar Unternehmen, die Vermögensberatung oder -verwaltung auf Basis von Algorithmen anbieten. Alternativ könnte man auch von automatisierter Vermögensverwaltung sprechen.

Üblicherweise nutzen Robo Advisors quantitative Verfahren zur Wertpapierauswahl, nutzen also Finanzkennzahlen und Statistiken. Vielleicht ist es kein Zufall, dass mehrere große Anbieter ihren Sitz in München haben. Denn dort gibt es sowohl eine größere Start-Up-Szene als auch zahlreiche Banken. Auf Basis der Ziele des Kunden und anhand von Kennzahlen wählt der Algo Advisor Wertpapiere aus und kauft diese unter Umständen auch gleich. Dabei ist nicht Spekulation, sondern die Optimierung der Geldanlage im Hinblick auf Sicherheit und Rendite das Ziel.

Üblicherweise übernimmt der Robo Advisor die komplette Vermögensverwaltung. Der Kunde muss entweder gar nichts tun oder nur den Vorschlägen zustimmen (vgl. Kapitel Vermögensverwaltung oder Anlageberatung?). Eher selten wird auch einfache Beratungssoftware von Direktbanken als Robo Advisor bezeichnet. Diese unterstützt beispielsweise Kunden der Deutschen Bank oder von 1822direkt bei der Geldanlage. Diese einfachen Entscheidungshilfen meinen wir in diesem Beitrag aber nicht.

So funktioniert ein Robo Advisor in der Praxis

Der Robo Advisor plant das Vermögen, legt fest in welchen Weltregionen und in welche Branchen investiert wird und ob Aktien oder Anleihen gekauft werden. Das wird meist auf Basis von ETFs gemacht, also börsengehandelten Fonds die oft einen Index nachbilden. Bei einigen Robo Advisors werden aber auch klassische, aktiv verwaltete Fonds vermittelt. Die Suche nach lukrativen Einzelaktien ist nicht das Ziel. Es geht nicht darum, den "Markt zu schlagen", sondern den richtigen Mix aus Risiko und Chancen zu finden.

Scalable Capital ING-DiBa

Die Kooperation der ING-DiBa mit Scalable Capital soll Robo Advisors breiteren Schichten zugänglich gemacht werden.

Das Unternehmen Scalable Capital kann sich auf wissenschaftliche Ergebnisse stützen wenn es schreibt, Börsenkurse ließen sich meist nicht vorhersagen, Risiken schon. Der Robo Advisor sorgt dafür, dass ETFs aus allen Weltregionen von Ostasien bis Südamerika vertreten sind. Außerdem wählt er unterschiedliche Branchen aus. Solche, die auf die Zukunft setzen und andere, solide. Beispielsweise High-Tech-Firmen und Lebensmittelhersteller. Und er mischt ETFs die Aktien enthalten mit solche, die in Rentenpapiere investieren, also festverzinsliche Papiere.

Robo Advisor Definition in Stichpunkten

Die wichtigsten Punkte sind hier noch einmal zusammengefasst:

  1. Robo Advisor bieten eine automatisierte Vermögensverwaltung
  2. Basis sind Finanzkennzahlen und statistische Daten
  3. Ziel ist nicht die Auswahl einzelner Aktien, sondern ein optimiertes Gesamtportfolio
  4. Investiert wird meist in ETFs
  5. Sicherheit oder Rendite können im Vordergrund stehen
  6. Der Begriff kann den Algorithmus, die darauf aufbauende automatisierte Vermögensverwaltung oder das entsprechende Unternehmen bezeichnen.
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So funktioniert der Robo Advisor Schritt für Schritt

Jeder gute Finanzberater analysiert zunächst den Ist-Stand seines Kunden, vor allem die Höhe des Vermögens, die monatlichen Einnahmen und Ausgaben sowie das Alter. Dann werden die Vorstellungen für die Zukunft abgefragt. Wie lange kann das Geld festgelegt werden? Das ist nicht nur vom Alter abhängig, sondern auch von den persönlichen Planungen. Ein 20-Jähriger will vielleicht in zehn Jahren Wohneigentum erwerben, der andere jetzt schon für den Ruhestand planen.

Schließlich spielen auch persönliche Befindlichkeiten eine Rolle. Wer auf 20 Jahre hin anlegt, für den zählt nur das Ergebnis nach 20 Jahren. Ein zwischenzeitliches Minus ist nicht schlimm, solange der Depotwert am Ende deutlich im Plus ist. Doch wer schlecht schläft, wenn sein Vermögen zwischenzeitlich dahin schmilzt, für den ist eine risikoärmere Anlage besser.

Scalable Capital Test

Am Anfang steht die Erfassung der Ziele.

Genau so funktioniert die Vermögensverwaltung auch bei einem Robo Advisor. Hat man sich für einen Anbieter entschieden (siehe "Darauf sollen Kunden bei der Wahl des Anbieters achten"), dann werden zunächst Rahmenbedingungen und Ziele erfasst.

Robo Advisor Strategie

Aufbauend auf den persönlichen Angaben entwickelt der Robo Advisor eine Strategie.

Am Ende steht meist ein Vorschlag des Algorithmus, wie viel Risiko Kunden eingehen sollen. Je länger der Anlagezeitraum und je risikobereiter der Kunde, desto höher ist der Anteil von Aktien und desto mehr Papiere aus risikoreichen Branchen nimmt der Robo Advisor ins Portfolio.

Gleichzeitig machen viele Anbieter Prognosen für die Entwicklung des Vermögens. Seriöse Firmen geben aber einen Korridor an. Die Vorhersage stützt sich auf Daten der Vergangenheit, eine Garantie dass die realen Verluste nicht höher liegen können gibt es natürlich nicht.

Bei fast allen Firmen können Kunden jetzt noch nachsteuern, beispielsweise ein geringeres oder höheres Risiko wählen als der Algorithmus empfiehlt.

HASPA

Wer die Hausbank nicht verlassen will, kann Fonds oder eine reine Beratung nutzen. Foto: Pressebild der Hamburger Sparkasse

Vermögensverwaltung, Beratung oder Fonds? – Drei Möglichkeiten der GEldanlage

Grundsätzlich haben Anleger die Wahl zwischen drei Möglichkeiten, einen Robo Advisor zu nutzen, nämlich

  1. über einen Online-Vermögensverwalter,
  2. über einen Dachfonds,
  3. als reine Beratungsleistung

Alle drei Möglichkeiten bieten Vor- und Nachteile.

Vermögensverwaltung

Der klassische Weg ist eine Vermögensverwaltung. Die meisten Robo Advisor werden von Vermögensverwaltern angeboten. Kunden zahlen Geld auf ein Konto ein und lassen es durch den Robo Advisor anlegen. Der kauft und verkauft nach den Vorgaben der Kunden dann Wertpapiere. Der große Vorteil dieses Modells ist es, dass viele Strategien angeboten werden können, bei einigen Vermögensverwaltern mehr als 20.

Allerdings brauchen Kunden dafür ein neues Konto. Ist der Vermögensverwalter kein Kooperationspartner ihrer Bank bedeutet das eine Legitimation, Prüfung der Vorerfahrung im Finanzbereich und weiteren Papierkram. Außerdem verlangen viele Anbieter eine Mindesteinzahlung von 10.000,- Euro oder mehr. Besonders niedrig ist die Zugangshürde bei VisualVest. Die Tochter der Fondsgesellschaft Union Investment aus dem Lager der Volks- und Raiffeisenbanken verlangt nur 500,- Euro.

Vorteile:

+ Viele Strategien
+ Oft gute Betreuung

Nachteile:
– Neues Depot notwendig

Ausgewählte Anbieter:

Modelle quirion

Quirion gehört zur Gruppe der klassischen Vermögensverwalter. Als einer der wenigen Anbieter bietet das Unternehmen gegen einen Aufpreis auch eine persönliche Beratung.

Dachfonds

Nicht jeder will sein Geld bei einem Vermögensverwalter anlegen und erst ein neues Konto eröffnen. Einige Robo Advisor haben die einzelnen Strategien deshalb als Fonds konzipiert. Weil die Fonds selbst wiederum andere Fonds (meist ETFs) enthalten, spricht man von Dachfonds. Wobei nicht jeder Dachfonds auch eine Vermögensverwaltung bietet.

Die von uns vorgestellten Anbieter haben Produkte entwickelt, die vergleichbar den Vermögensverwaltern für unterschiedliche Risikoklassen ein breit gestreutes Portfolio aus ETFs kaufen. Nachteil dieser Variante ist aber, dass meist maximal drei Strategien angeboten werden, da für jede Vorgehensweise ein eigener Fonds aufgelegt werden muss.

Vorteile:

+ Kein Depotwechsel nötig
+ Meist niedrige Mindesteinzahlung

Nachteile:
– Wenig Strategien

Anbieter:

easyfolio Depot eröffnen

Fonds von easyfolio lassen sich über viele Broker kaufen. Daneben bietet das Unternehmen auch ein eigenes Depot.

Reine Beratung

Ein Depotwechsel ist auch bei der dritten Möglichkeit nicht nötig. Dabei wird kein Geld für den Kunden angelegt, sondern er erhält nur einen Anlagevorschlag. Mit diesem geht er zu seiner Bank und setzt ihn dort um. Ob man eine Direktbank oder ein klassisches Geldinstitut mit Filialen nutzt, spielt keine Rolle.

Allerdings lohnt sich die Vorgehensweise bei niedrigen Beträgen meist nicht, denn wenn ein Kunde in jeden vorgeschlagenen ETF nur 100,- Euro investiert, stehen die Kosten in keinem Verhältnis zum angelegten Betrag.

Dafür können Kunden bei dieser Möglichkeit den Vorschlag auch abändern und haben genau im Blick, welche Wertpapiere in ihrem Depot liegen.

Vorteile:

+ Kein Depotwechsel nötig
+ Hohe Transparenz
+ Viel Flexibilität

Nachteile:
– Hoher Aufwand
– Lohnt sich für kleine Beträge nicht

Anbieter:

DeinAnlageberater.de Kritik

DeinAnlageberater.de gibt am Ende einen Vorschlag aus, der über praktisch jede Bank und jeden Broker umgesetzt werden kann. Dafür zahlt man eine niedrige Pauschalgebühr.

Sicherheit: Wie ist der Robo advisor Lizenziert?

Zwei Modelle gibt es aktuell. Einige Firmen haben eine Lizenz als Vermögensverwalter, sie dürfen im Auftrag von Kunden Wertpapiere selbständig kaufen oder verkaufen. In der Finanzsprache heißt das Finanzportfolioverwalter. Andere Unternehmen haben dagegen nur eine Lizenz als Anlageberater. Sie dürfen dem Kunden nur Vorschläge machen.

Teilweise bezeichnet man mit dem Schlagwort Robo Advisor auch Computerprogramme, die dem Kunden Anlageempfehlungen geben. Diese Papiere kauft der dann bei seiner Hausbank und zahlt für die Nutzung der Software eine monatliche Gebühr. Auch viele Finanzanlagenvermittler bieten aber einen Rundum-Service. Man eröffnet ein Depot bei einer Partnerbank und bekommt vom Robo Advisor regelmäßig Kauf- und manchmal auch Verkaufsempfehlungen. Anders als bei einem Finanzportfolioverwalter muss der Kunde diese dann aber noch bestätigen, ehe sie ausgeführt werden.

Finanzverwaltung oder Finanzberatung

Finanzportfolioverwalter dürfen das Vermögen im Auftrag des Kunden verwalten, ohne dass der jeden Kauf oder Verkauf genehmigen muss. Anlagevermittler wie growney dürfen das nicht. Hier muss der Kunde jeden Kauf oder Verkauf bestätigen. Das kann aber auch ein Vorteil sein.

Welche Optionen der Robo Advisor anbieten darf, ist von seiner Lizenz abhängig. Finanzportfolioverwalter nach § 1 Abs. 1a Satz 2 Nr. 3 KWG brauchen in Deutschland eine Erlaubnis der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht, Anlageberater nicht. Auch in anderen Ländern wie der Schweiz sind die Hürden für Finanzverwalter höher.

Aus Sicht des Kunden ist die Wahl Geschmackssache. Eine Finanzverwaltung ist bequemer, allerdings schätzen es einige Anleger, wenn alle Entscheidungen von ihnen zunächst genehmigt werden müssen.

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Was dürfen Kunden realistisch erwarten? Chancen und Risiken

In seinem Buch "Angst" beschreibt der britische Thriller-Autor Robert Harris (Imperium, Vaterland) einen Algorithmus, der anhand von Informationen aus dem Internet Aktienkurse vorhersagen kann und auf dieser Basis automatisch Wertpapiere handelt. Die meisten Robo Advisor verfolgen da wesentlich bescheidenere – und realistischere – Ziele.

Technik in den 1960ern

Der Einsatz von Computern im Finanzsektor ist nicht neu. Hier werden zwar noch Konten verwaltet, aber schon seit den 1980er Jahren kommen sie auch im Börsenhandel zum Einsatz.

Renditen, die deutlich über dem Markt liegen, sind nicht das Ziel. Natürlich wollen auch diese Anbieter besser abschneiden als der DAX. Aber sie beanspruchen nicht für sich die Zukunft zu prognostizieren und deutliche Überrenditen zu erzielen. Kein guter Anbieter wird also versprechen, dass Anleger am Ende der Laufzeit zwei- oder dreimal so hohe Gewinne gemacht haben wie der Durchschnitt der Investoren.

Erwarten dürfen Kunden aber, dass sie weniger Arbeit haben als wenn sie selbst die Wertpapiere auswählen. Außerdem liegt das Risiko bei einem gute Robo Advisor deutlich unter dem eines Anlegers, der sein gesamtes Kapital in eine Aktie investiert – oder auch in einen einzelnen Aktienindex wie den DAX oder den Dow Jones. Selbst der MSCI World All Countries bildet nur einen engen Ausschnitt des Markes ab.

Beratung von Roboter zu Mensch?

Auf Beratung von Mensch zu Mensch will nicht jeder Anleger verzichten. Das aber bieten die meisten Robo Advisors nicht.

Wer Wert auf persönliche Beratung legt, ist bei einem Robo Advisor ebenfalls nicht immer gut aufgehoben. Allerdings bieten einige auf Wunsch zusätzlich eine Honorarberatung, beispspielsweise quirion, ein Angebot der Quirin Bank. Denn natürlich kann die an quantitativen Daten orientierte Anlageberatung nicht jeden Sonderfall erfassen. Dann ist die Kombination aus Datenwissen und persönlicher Beratung unschlagbar.

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Die Kosten

Wichtigstes Argument für Robo Advisor sind die niedrigen Kosten. Üblicherweise werden sie, wie bei Vermögensverwaltern üblich, in Abhängigkeit vom verwalteten Vermögen berechnet. Sie setzten sich meist aus drei Komponenten zusammen:

  1. Kosten für den Betrieb des Robo Advisor im engeren Sinn
  2. Gebühren für den Kauf und Verkauf der Wertpapiere
  3. Kosten für die Fonds

Robo Advisors arbeiten automatisch auf Basis quantitativer Daten. Aber auch sie müssen konzipiert und programmiert werden. Außerdem sind Mitarbeiter für den laufenden Betrieb nötig. Dafür verlangen Firmen wie VisualVest eine Gebühr. Dabei handelt es sich um die Kosten für den Robo Advisor im engeren Sinn.

Sparkasse Filiale

Ein dichtes Filialnetz ist für die Kunden bequem, erhöht aber die Kosten. Viele Filialen wurden deshalb in den vergangenen Jahren geschlossen oder bestehen nur noch aus einem Geldautomaten wie diese Sparkassen-Niederlassung in Schwabach-Penzendorf.

Die vom Algorithmus ausgewählten Wertpapiere müssen dann ge- oder verkauft werden. Auch das kostet Geld. Nicht zwangsläufig werden diese Kosten immer getrennte ausgewiesen. Oft verlangen Robo Advisor eine Gebühr, in der bereits die Kosten für die Depotverwaltung enthalten sind. Bei Kooperationen wie jener der ING-DiBa mit Scalable Capital wird dagegen meist aufgeschlüsselt, wer welchen Anteil an den Gebühren erhält.

Üblicherweise liegen die Kosten für Depotverwaltung und den Robo Advisor insgesamt aber unter einem Prozent.

S Broker Chartanalyse

Auch wer seine Wertpapiere selbst auswählt, muss Gebühren bezahlen.

Meist investieren Robo Advisor in ETFs. Die sind zwar kostengünstig, aber nicht kostenlos. Auch hier fallen Gebühren an.

Nicht alle Kosten sind zusätzlich!

Die Kosten für den Kauf und Verkauf von Wertpapieren sowie die Fondsgebühren entstehen allerdings auch, wenn Kunden selbst Geld in ETFs anlegen. Zwar handelt der Algorithmus mehr als es die meisten Privatanleger tun würden, dafür bieten die Depotbanken oft aber besonders günstige Gebühren. Zum Vergleich: Wer eine Position in Höhe von 2.000,- Euro auflöst und anschließend neu investiert und dafür jeweils 10,- Euro Gebühren zahlt, der hat 1,0 Prozent seines Vermögens für die Handelskosten ausgegeben.

Wichtig ist, dass Kunden nicht nur die Kosten vergleichen, sondern auch darauf achten, welche Gebühren darin enthalten sind. Investiert ein Robo Advisor in aktiv gemanagte Fonds sind meist höhere Zusatzkosten zu erwarten als bei einem Investment in ETFs. Wer sein Geld ohne die Hilfe eines Robo Advisors anlegt spart zwar meist etwas Geld, muss aber ebenfalls Gebühren zahlen.

Darauf sollen Kunden sonst noch achten

Die Zahl der Anbieter wächst rasant. Auch immer mehr Banken steigen in das Geschäft ein, entweder durch Kooperationen oder den Aufbau eigener Robo Advisors. Die ING-DiBa hat sich durch die Kooperation mit Scalable Capital für den ersten Weg entschieden, die Commerzbank entwickelt dagegen eine eigene Lösung.

Beratung

Welchen Robo Advisor man wählt, hängt zunächst vom Anspruch ab. Wer ein umfangreicheres Anlagekonzept sucht, das beispielsweise auch Immobilien mit einschließt, der ist bei Firmen wie der Quirin Bank besser aufgehoben als bei Direktbanken. Allerdings lässt sich Beratung auch bei unabhängigen Berater wie dem VZ Vermögenszentrum einkaufen. Auch die Frage, ob man eine Finanzportfolioverwaltung oder nur eine Anlageberatung wünscht, schränkt die Auswahl ein.

Börse Wertpapiersparen

Weil die Gelder vor allem in ETF investiert werden, bedroht eine Insolvenz des Robo Advisors das Vermögen nicht.

Wer sich für einen Robo Advisor entscheidet, sollte zu vollmundigen Versprechungen misstrauen. Kein Anbieter kann die Börsenkurse vorhersehen. Realistisch sind eine Optimierung im Hinblick auf das Verhältnis von Chancen und Risiken sowie eine Minimierung der möglichen Verluste. Mehr sollten die Unternehmen auch nicht versprechen.

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Lasst die Daten sprechen!

Die Anbieter sollten ihre Strategien auf harte Daten stützen können. Idealerweise gehören dem Team nicht nur Programmierer, sondern auch Finanzfachleute und Datenspezialisten an. Viele Robo Advisors werben mit Professoren, die im wissenschaftlichen Beirat sitzen. Das ist jedoch weder eine Garantie noch eine Voraussetzung für gute Arbeit.

Beratung

Die Mischung macht's: Idealerweise arbeiten Daten-, Computer- und Wirtschaftsexperten eng zusammen.

Aussagekräftiger ist eine Regulierung. Grundsätzlich werden Finanzportfolioverwalter strenger überwacht als Anlageberater. Von Vorteil ist auch ein Sitz im Heimatland. Schweizer Kunden dürfen darauf vertrauen, dass ihr Anbieter auch eine Zulassung in der Alpenrepublik besitzt. In den EU Staaten Deutschland und Österreich können dagegen auch Firmen aus anderen EU-Ländern wie Luxemburg oder Zypern aktiv sein. Das muss kein Nachteil sein, auch im 21. Jahrhundert ist bei einem Prozess einheimischer Anbieter gegen ausländischen Kunden aber oft der Inländer im Vorteil.

Auch ETFs sind nicht risikolos

Grundsätzlich wird das Geld nicht beim Robo Advisor angelegt, sondern bei einer Partnerbank. Eine Ausnahme sind Anbieter mit eigener Bank wie quirion. Wichtiger als die Wahl der richtigen Depotbank ist allerdings die seriöser ETF-Anbieter. Denn die Bank verwahrt die Wertpapiere nur. Das Geld liegt also nicht in ihren Tresoren und ist im Falle einer Bankenpleite im Regelfall auch nicht verloren. Denn die Wertpapiere der Kunden gehen nicht in die Insolvenzmasse ein.

Ein höheres Risiko bergen die Fonds. Indexfonds enthalten beispielsweise nicht immer die Papiere, die auch im zugrunde liegenden Index vertreten sind. Ein DAX-Fonds kann beispielsweise ausschließlich nordamerikanische Aktien enthalten. Die Fondsanbieter sichern sich mit sogenannten Swap-Geschäften aber ab. Fällt beispielsweise der Wert der US-Aktien (zum Beispiel aufgrund von Währungsverlusten) während der DAX steigt, dann zahlt der Swap-Partner die Differenz an die Fondsgesellschaft.

Diese sogenannten synthetisch replizierenden Fonds haben aber einen Nachteil. Wird der Partner insolvent, dann sind auch die Gewinne aus den Swap-Geschäften verloren. Womöglich kann die Fondsgesellschaft ihre Verpflichtungen dann nicht mehr voll erfüllen.

Einige Robo-Advisor verpflichten sich deshalb, ausschließlich physisch replizierende Fonds zu kaufen. Diese halten die entsprechenden Papiere tatsächlich im Portfolio. Das senkt die Risiken.

Nachhaltiges Wirtschaften

Einige Robo Advisor bieten auch eine Berücksichtigung ethischer Kriterien. Rüstungsfirmen fallen dann oft raus.

Nachhaltigkeit und Ethik

Einige Robo Advisor bieten auch eine Wertpapierauswahl nach ethischen Kriterien. Die sollten klar formuliert sein. Denn wo unethisches Investment beginnt, darüber gibt es unterschiedliche Ansichten. Rüstungsfirmen, Ölkonzerne und Kohleförderer werden meistens ausgeschlossen. Gerade kirchliche Banken setzen oft auch Firmen aus dem Bereich Pornographie auf die schwarze Liste.

Schweden ist böse

Der schwedische Staat erhält von der EthikBank keinen Kredit, da Schweden viele Atomkraftwerke besitzt.

Auch Staaten werden oft von der Kreditvergabe ausgeschlossen. Dass autokratische Staaten wie Saudi Arabien oder Steueroasen wie Luxemburg kein Darlehen erhalten, mag einleuchten. Die Ethik Bank dagegen schließt auch Schweden von der Kreditvergabe aus. Die Begründung: Das Land produziere einen überdurchschnittlichen Anteil seines Stroms in Atomkraftwerken.

Robo Advisor mit ethischen Grundsätzen sollten diese deshalb klar kommunizieren. Denn je nach persönlichen moralischen Vorstellungen können die Kriterien zu weich oder übertrieben erscheinen.

Unser Fazit

Robo Advisor sind eine attraktive Alternative für alle, die zu wenig Geld für eine klassische Vermögensberatung mitbringen, sich aber nicht selbst um die Auswahl der Aktien und Wertpapiere kümmern wollen. Auch für aktive Anleger können die Angebote aber interessant sein. Garantierte Gewinne kann auch die automatisierte Vermögensverwaltung nicht bieten. Gute Anbieter schaffen es aber, die Risiken deutlich zu reduzieren. Für mittelgroße Vermögen kann auch die Kombination eines Robo Advisors mit einer Honorarberatung interessant sein. Wer noch unsicher ist, ob er das Angebot nutzen will, der kann zunächst mit einem Sparplan beginnen.

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Content Department

Chefredakteur Kredite.org

Peter König

Peter König kümmert sich als hauptverantwortlicher Chefredakteur unseres Portals vor allem um die Themen Aktien, Fonds und Geldanlage. Schon früh hatte König großes Interesse am Wirtschaftsgeschehen und dem Finanzmarkt. Einer Lehre als Bankkaufmann folgte das Studium der Wirtschaftswissenschaften an der Universität Wuppertal. Nach dem Diplom trat der heute 58-Jährige eine Festanstellung als Fondsmanager bei einem großen Geldinstitut an, für das er heute noch in Teilzeit tätig ist.