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Vorsicht bei zinslosen Krediten – das sind die Risiken

Bei zinslosen Krediten scheint es, als könne man nichts falsch machen. Aber so einfach ist es nicht. Zinslose Darlehen haben meistens große Nachteile.

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Vorsicht bei zinslosen Krediten – das sind die Risiken
Pro
  • Keine Zinsen
  • Fast immer günstiger als Dispo
Vorsicht bei zinslosen Krediten – das sind die Risiken
Contra
  • Bei Barzahlung oft Rabatte
  • Verleitet zu hohen Ausgaben
  • Viele zinslose Kredite dienen dem Sammeln von Kundendaten

Diese vier Arten von zinslosen Krediten gibt es

Es gibt Kredite, die ohne Gewinnabsichten vergeben werden. Vor allem Freunde und Verwandte, aber auch Ämter vergeben solche Darlehen. Kredite von Unternehmen und Banken sollen sich dagegen am Ende für diese auszahlen. Grob lassen sich die Darlehen in vier Gruppen einteilen:

Null-Prozent-Finanzierung

Die Null-Prozent-Finanzierung ist eine der häufigsten Formen eines zinslosen Kredits. Indem Handelsunternehmen auf Zinsen verzichten, wollen sie ihren Umsatz erhöhen. Das ist nicht verwerflich, allerdings ist das nicht immer die günstigste Möglichkeit. Denn im Regelfall werden die Kosten über den Verkaufspreis refinanziert.

Oft wird die Ratenzahlung nämlich über eine Bank oder einen Zahlungsdienstleister wie Klarna im Hintergrund finanziert. Das ist vor allem bei Autofinanzierungen meistens der Fall. Dabei finanziert die Bank den Kauf und erhält im Gegenzug die monatlichen Raten. Das Handelsunternehmen erhält von der Bank den Kaufpreis, üblicherweise ist der allerdings abdiskontiert, die Firma erhält also nicht den vollen Betrag. Das Verfahren ähnelt somit den klassischen Wechselgeschäften und den islamischen Krediten (siehe übernächstes Kapitel).

Wegen der Kosten stellten einige Unternehmen die Null-Prozent-Finanzierung wieder ein. Andere bieten Rabatte, wenn die Ware oder das Fahrzeug direkt bezahlt wird. Wo das nicht der Fall ist, sind die Angebote oft teurer als jene von Konkurrenten, die keine Null-Prozent-Finanzierung anbieten. In beiden Fällen gilt es, die höheren Kaufpreise gegen die Kosten für ein Darlehen abzuwägen.

Lockangebote von Banken

Mitunter vergeben auch Banken zinslose Kredite. Nur Staaten mit hervorragender Bonität erhalten Darlehen zu Minuszinsen, weil die Banken und Versicherungen ihr Geld nicht anderweitig anlegen können. Zinslose Kredite an Privatpersonen dienen dagegen überwiegend der Neugeschäftakquise.

Die Kreditinstitute vergeben dabei zinslose Kredite aus Werbezwecken. Erstens macht die Ankündigung eines zinslosen Darlehens Menschen auf das Angebot aufmerksam. Oft gilt das Angebot allerdings nur für einen bestimmten Kreditbetrag und eine feste Laufzeit, im anderen Fall müssen Zinsen gezahlt werden.

Außerdem erhalten die Banken durch die Nullzins-Kredite die Daten potenzieller Kreditnehmer*innen. Sie hoffen darauf, dass diese später verzinste Kredite bei ihnen aufnehmen.

Islamischer Kredit

Islamische Kredite tragen dem Umstand Rechnung, dass im Islam Zinsen verboten sind. Übrigens kannte auch das Christentum einst ein Zinsverbot, die Katholische Kirche schaffte es erst am Anfang des 19. Jahrhunderts ab.

Verschenkt wird allerdings auch dabei kein Geld. Soll beispielsweise mithilfe einer islamischen Bank ein Haus gekauft werden, so kauft die Bank das Haus zunächst selbst und verkauft es dann zu einem höheren Preis an die eigentlichen Käufer*innen. Diese müssen das Haus allerdings nicht sofort bezahlen, sondern erhalten ein zinsloses Darlehen. Der Gewinn der Bank ist der Preisaufschlag, den sie berechnet. Die Kosten können dadurch sogar höher sein als bei einem verzinsten Darlehen.

Mehr Informationen finden Sie in unserem Beitrag Kredit ohne Zinsen im Islam – der Halal Kredit.

Kredite ohne Gewinnabsicht von Freunden oder Ämtern

Wirklich zinslos sind Darlehen nur selten. Vor allem im Freundes- und Familienkreis werden zinslose Kredite vergeben. Bei höheren Beträgen empfiehlt es sich auch hier, einen Schuldschein auszustellen. Darin sollte die Zinsfreiheit explizit aufgeführt sein.

Daneben gibt es teilweise noch zinslose Kredite von öffentlichen Stellen, etwa im Rahmen von Förderprogrammen. Arbeitslose können unter bestimmten Voraussetzungen Vorschüsse erhalten. Diese werden später auf die gezahlten Leistungen angerechnet. Es handelt sich also von Grundsatz ebenfalls um einen zinslosen Kredit. Allerdings sind die Möglichkeiten hier stark eingeschränkt. Denkbar ist beispielsweise, dass das Amt einen Vorschuss zahlt, wenn der Kühlschrank kaputt ist, die Finanzierung eines neuen Smartphones wird in den meisten Fällen dagegen wohl abgelehnt werden.

Die Risiken der Null-Prozent-Finanzierung

Abgesehen von den zinslosen Krediten von Bekannten oder der Familie sind die Darlehen meistens mit Nachteilen verbunden. Das sind die wichtigsten:

Höhere Kosten wegen fehlender Rabatte

Auch wenn die Null-Prozent-Finanzierung für die Käufer*innen kostenlos ist, die Handelsunternehmen müssen im Regelfall dafür bezahlen. Mehrheitlich erhalten Sie nur einen Teil des Kaufpreises, den anderen bekommt die Bank oder der Zahlungsdienstleister. Wer sofort bezahlt, erspart dem Unternehmen diese Kosten. Entsprechend sind viele Firmen bereit, Rabatte zu geben, wenn die Ware unverzüglich bezahlt wird. Diese Ersparnis liegt nicht selten deutlich höher als die Zinsen für einen preisgünstigen Kredit.

Anbieter ist nicht der günstigste

Nicht immer gibt es Rabatte bei Barzahlung. In diesem Fall kann es sinnvoll sein, die Preise mit denen anderen Unternehmen zu vergleichen. Denn wer keine Kosten für die Null-Prozent-Finanzierung hat, kann günstiger anbieten.

Andere Formen von Kosten

Teilweise entstehen andere Formen von Kosten. Offensichtlich ist das beim Islamic Banking. Hier müssen die Kreditnehmenden einen höheren Kaufpreis zahlen, sei es für ein Haus, ein Auto oder ein anderes Produkt. Ob dieser Aufschlag höher ist als die Zinsen, muss im Einzelfall geprüft werden.

Datenschutz

Zinslose Kredite von Banken verursachen keine Zusatzkosten, ohne Nachteile sind aber auch sie nicht. Denn sie dienen der Akquise. Deshalb werden Kreditnehmende in der Folgezeit in den meisten Fällen Post von der Bank bekommen. Darin werden ihnen weitere Darlehen angeboten.

Natürlich ist es möglich, diese Werbesendungen abzubestellen. Das ist aber mit Aufwand verbunden. Trotzdem sind die zinslosen Kredite von Banken – abgesehen von den Darlehen von Bekannten und der Familie – die beste Möglichkeit sich zinslos Geld zu beschaffen. Denn hier gibt es meistens keine versteckten Kosten.

Zu hohe Ausgaben

Ein Risiko besteht bei allen Krediten, nämlich die Gefahr der Überschuldung. Die Gefahr wird zwar etwas dadurch reduziert, dass die Banken üblicherweise keine Darlehen vergeben, wenn sie nicht mit einer sicheren Rückzahlung rechnen können. Das gilt auch für Kredite ohne SCHUFA, denn auch dort wird die Bonität geprüft. Doch auch wer seine Schulden zurückzahlen kann, das Geld für die Raten fehlt später in der Kasse.

Was noch wichtiger ist: Auch ein nicht oder verspätet zurückgezahlter zinsloser Kredit verschlechtert den SCHUFA-Wert. Weil die Banken oder Handelsunternehmen keine Zinsen für ihr Darlehen bekommen, sind sie meist auch weniger bereit, eine Tilgungspause zu vereinbaren. Bleibt die Zahlung nicht aus, folgt ein SCHUFA-Eintrag und damit müssen für spätere Kredite höhere Zinsen bezahlt werden.

Oft überziehen Schuldner*innen deshalb ihr Girokonto, um die Raten rechtzeitig bezahlen zu können. Dort sind die Zinsen aber viel höher als beim Ratenkredit. Wer Sorgen hat, die nächste Rate nicht zahlen zu können, sollte über einen Sofortkredit nachdenken. Allerdings liegt der Mindestkreditbetrag dort oft bei 1.000 Euro. Geringere Beträge sind beim Rahmenkredit möglich.

Günstiger Ratenkredit als Alternative

In den meisten Fällen lohnt es sich, die Angebote für eine Null-Prozent-Finanzierung mit einem klassischen Ratenkredit zu vergleichen. Oft überwiegen die Vorteile durch Rabatte die Zinszahlung. Vergleichen Sie dazu die Angebote aus unserem Kreditrechner.

Bon Kredit
bis 100.000 € Kreditsumme
MAXDA
bis 7.500 € Kreditsumme
creditolo
bis 7.500 € Kreditsumme
auxmoney
bis 50.000 € Kreditsumme
smava
bis 120.000 € Kreditsumme
Vorsicht bei zinslosen Krediten – das sind die Risiken

Fragen und Antworten zu zinslosen Krediten

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Kredite ohne Zinsen gibt es teilweise im Rahmen von Werbeaktionen. Die günstigsten Angebote zeigen Kredit-Vergleiche. Daneben gibt es zinsfreie Darlehen im Rahmen der Null-Prozent-Finanzierung und des Islamic Banking. In beiden Fällen wird die Zinsfreiheit aber oft durch, bei islamischen Krediten praktisch immer, durch höhere Preise finanziert.

Oft bieten Handelsunternehmen im Rahmen einer Null-Prozent-Finanzierung einen Kredit ohne Zinsen. Allerdings gehören diese Firmen oft nicht zu den günstigsten Anbietern, schließlich müssen die Kosten dafür refinanziert werden. Auch beim Islamic Banking werden keine Zinsen berechnet, dafür andere Kosten, die höher liegen können. Tatsächlich zinslos sind oft Werbeangebote von Banken. Vergleichsrechner zeigen die aktuellen Offerten an.

Die Kreditzinsen wechseln regelmäßig. Eine gute Übersicht bieten Vergleichsrechner. Sie enthalten zwar meist nicht alle Angebote, besonders günstige Banken sind in ihnen aber oft vertreten.

Kein Gesetz verbietet zinslose Kredite. Im Gegenteil, bis ins 19. Jahrhundert verbot die Kirche das Erheben von Zinsen, im Islam ist das bis heute der Fall. Zinslose Kredite werden oft von Händlern angeboten, aber auch Lockangebote sind teilweise unverzinst. Bei islamischen Krediten wird der Zins durch einen Preisaufschlag ersetzt.

Nicht zwangsläufig, meistens werden zinslose Kredite auf andere Art finanziert. Bei Null-Prozent-Finanzierungen geschieht das über den Preis. Allerdings bieten auch Banken teilweise zinslose Darlehen zu Werbezwecken. Diese findet der Vergleichsrechner.

Fazit

Zinslose Kredite sind nicht immer die günstigste Form der Finanzierung. Vor allem beim Autokauf winken bei Sofortzahlung Rabatte, die oft attraktiver sind als der Verzicht auf Zinsen. Fast jeder Ratenkredit ist allerdings besser als ein überzogenes Konto. Besonders günstige, teilweise sogar zinslose Kredite finden sich in unserem Vergleichsrechner.

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Paul Scheuschner

Kredite.org Autor

Paul Scheuschner

Paul ist Autor von Kredite.org und seit der Gründung in 2013 dabei. Sein Finanzwissen basiert auf einer Ausbildung zum Kaufmann für Versicherungen und Finanzen, die er von August 2006 - Januar 2009 in Berlin bei der Allianz Versicherung durchlaufen hat. Er hat in dieser Zeit sowohl für die Allianz Versicherung im Innen- und Außendienst, als auch bei der Dresdner Bank (heute Commerzbank) gearbeitet.