Jahreswagen-Finanzierung – Leasing oder Finanzierung?

Jahreswagen Finanzierung & Leasing

Jahreswagen sind der direkte Zwischenschritt, wenn man keinen komplett neuen Wagen vom Fließband kaufen möchte, aber sich auch nicht wirklich mit einem Wagen zufrieden geben will, der schon einige Zeit auf der Straße unterwegs ist. Natürlich ist aber bei der Finanzierung, wie auch beim Jahreswagen selbst, einiges zu beachten – Was wir in diesem Ratgeber zusammengefasst haben.

Jahreswagen

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Warum sollte man sich einen Jahreswagen überhaupt kaufen?

Wenn doch der Wagen streng genommen doch schon maximal 12 Monate gebraucht ist, kann man sich doch auch gleich einen Neuwagen kaufen, mögen viele vielleicht denken. Der Clou beim Jahreswagen ist allerdings nicht sein Alter, das ist eher nebensächlich, sondern sein Preis. Dadurch, dass das Auto eben nicht frisch aus der Herstellung kommt, sondern schon unterwegs war, gibt es einen ordentlichen Preisnachlass und zudem hat man noch etwas von der Garantieleistung des Herstellers; zu beidem kommen wir später. Man erhält also quasi einen Neuwagen zum absolut fairen und längst nicht vollen Preis. So verzichtet man auch nicht auf dessen Qualität und muss sich trotzdem nicht ernsthaft verschulden. Damit einher geht eigentlich dann auch folgende Frage:

Wann eignet sich ein Jahreswagen und wann nicht?

Klare Antwort, wie schon angedeutet: Wer sich im Zwiespalt befindet, einerseits nicht so viel Geld ausgeben zu wollen, andererseits sich aber auch nicht mit einem klassischen Gebrauchtwagen zufrieden zu geben, ist beim Jahreswagen super aufgehoben. Das hängt aber auch von der voraussichtlichen Nutzung ab. Jemand, der das Auto lediglich zur Arbeit oder zum Einkaufen und zurück bewegt, braucht – sofern er es nicht ausdrücklich wünscht – kein Überflieger-Auto zum Überflieger-Preis, sondern einen Untersatz, dessen Hauptsache es im Grunde ist, dass alles einwandfrei funktioniert er fährt. Wer dagegen mehr mit seinem Auto vorhat und es ohnehin als Art Statussymbol nimmt, ist schon wieder klar in der Zielgruppe der Jahreswagen.

 

Jahreswagen - wann lohnt sich der Kauf?

Besonderheiten im Überblick: Hier punkten Jahreswagen

Es gibt viele Vorteile, die die jungen Fahrzeuge mitbringen. Der Preis ist im Vergleich zum klassischen Neuwagen um ca. 20-30 Prozent niedriger und besonders günstig wird es noch, wenn es gerade ein Modell-Upgrade in der Wagenklasse gab oder dieser bevorsteht, vergleichbar mit dem Sommer- und Winterschlussverkauf von Kleidung. Außerdem ist jeder Hersteller dazu verpflichtet, eine 2 Jahres-Garantie zu geben, von der man beim Jahreswagen also noch mindestens ein Jahr etwas hat, wenn nicht länger.

Die Qualität des Wagens entspricht weitestgehend der eines Neuwagens, weil er einfach über die kurze Zeit noch nicht allzu intensiv genutzt werden konnte. Dementsprechend niedrig sind also auch der Kilometerstand und das Risiko von Schäden mit Folge des Werkstattbesuchs. Vier wichtige Vorteile also. Zum Vergleich: An Neuwagen gibt es natürlich keine Makel auszusetzen, außer dass deren Preis recht hoch ist. Bei Gebrauchtwagen bewegt man sich dagegen aber meist schon außerhalb der Garantiezeit, der Wagen hat einige Kilometer auf dem Tacho und ist außerdem auch anfälliger für Reparaturen und hat nicht selten innen wie auch außen entsprechende Gebrauchsspuren, mal stärker, mal weniger. Günstig ist er natürlich, aber eben aufgrund dieser Punkte. Klares Plus für den Jahreswagen.

Woher kommt der Wertverlust, der sich im Preis bemerkbar macht?

Oder auch: Warum sind Jahreswagen tatsächlich 20-30 Prozent günstiger? Der Wertverlust kommt natürlich nicht von ungefähr und ist ganz normal. Sobald ein Neuwagen seine Erstzulassung hinter sich hat und Nummernschilder angeschraubt bekommt, ist ein ganzes Stück vom Neupreis weg, weil er offiziell als „gebraucht" gilt. Und mit jedem Kilometer und Monat, den das Auto fährt und in Betrieb ist, verringert sich der Wert weiter. Kauft man beispielsweise als Unternehmen einen Wagen, so sagt man, dass der Wagen nach sechs Jahren nichts mehr wert ist. Das entspricht natürlich nicht der realen Abnutzung, ist aber zumindest in der Finanzbuchhaltung der maßgebende Faktor. Der Wertverlust im ersten Jahr ist allerdings deutlich größer als dann der in den folgenden Jahren. Während der Jahreswagen nach ein paar Monaten also 20-30 Prozent günstiger ist, sind es nach 4-5 Jahren dann doch erst 40-60 Prozent Wertverlust, was von den gefahrenen Kilometern abhängt.

VW Bank Autofinanzierung

Wo kann man Jahreswagen kaufen?

Jahreswagen sind am ehesten auf den Höfen von Autohäusern und Händlern zu finden, nicht selten auch auf denen von Vermietungsservices wie SIXT oder Buchbinder. Vorbeischauen lohnt sich, genau wie ein Besuch auf z.B. mobile.de oder einer vergleichbaren Webseite. Bei Privatverhandlungen einen Jahreswagen zu finden, ist schon sportlich und eigentlich eher unrealistisch. Genauso wird man Jahreswagen nicht bei den Marken direkt finden, weil diese natürlich ihre Neuwagen an den Mann bringen wollen. Vereinzelt stellen die Marken jedoch ein Gebrauchtwagen-Portal zur Verfügung, wo die Angebote der Markenpartner zu finden sind. Kommen wir aber nun zu den Kosten, die ein Jahreswagen effektiv mitbringen könnte:

Sparen beim Jahreswagen

Wie hoch ist das Sparpotenzial in Zahlen ausgedrückt?

An dieser Stelle nehmen wir uns zwei Beispielen an, angefangen mit einem Audi A4 Avant, Neupreis ca. 30.000 Euro je nach Konfiguration. Im Beispielfall steht ein neues Avant-Modell des A4 schon in den Startlöchern, wir profitieren also tatsächlich von einem 28%-Rabatt im Vergleich zum Neupreis und haben alle oben genannten Vorteile inbegriffen. Das kostet uns jetzt nur noch 21.600 Euro, für den gleichen Wagen, der nur ein paar Monate älter ist. Ein zweites Beispiel: Viele träumen ja von einer richtig schicken BMW 6er-Limousine. Die kostet neu schnell mal bis zu 60.000 Euro oder noch mehr. Gehen wir von 60.000 Euro aus und in diesem Fall davon, dass der wahrscheinlich nur mindeste Rabatt für Jahreswagen abgezogen wird (20%), müssen wir trotzdem „nur" noch 48.000 Euro zahlen, abermals für quasi den gleichen Wagen, nur etwas älter. Beides sind logischerweise immer noch echt hohe Summen – aber man muss sehen, was man dafür bekommt. Und solche Autos sind nun einmal teuer. Natürlich gibt es aber auch Jahreswagen unter 15.000 Euro, dann sind es eher Kleinwagen-Modelle, beispielsweise von Citroen, SEAT oder Fiat. Wirklich lohnen tut es sich aber nur bei teuren Wagen. Nicht zu vergessen sind außerdem Nebenkosten wie die Fahrzeuganmeldung, Steuern und Versicherungen. Wer das aus der eigenen Tasche zahlen kann, hat Glück gehabt – ansonsten bieten sich aber natürlich einige Finanzierungen an, die den Berg von Kaufsumme etwas zugänglicher machen.

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Wie kann man den Jahreswagen finanzieren?

Jahreswagen lassen sich genau wie Neuwagen und Gebrauchtwagen mit allen gängigen Finanzierungsarten abbezahlen. Sofern man keine Barzahlung vornimmt, sind das Kredite, die 0%-Finanzierung, 3-Wege-Finanzierung, Ballonkredite oder Leasing. Welche Finanzierung besser oder schlechter ist, hängt von dem Kaufpreis und der Laufzeit ab. Dazu aber mehr im Detail:

Barzahlung

Mal eben 20.000-40.000 Euro oder noch mehr (vielleicht aber auch weniger) direkt aus der Tasche zu zahlen, geht wohl nur mit Lottogewinn oder wirklich langem vorherigen Sparen. So ist der Kaufpreis aber auch sofort getilgt und es bedarf keiner weiteren Zahlen diesbezüglich mehr. Nur die Nebenkosten fallen noch an.

Kredite

Für zusätzliche Zinszahlungen lässt sich der Kaufpreis auch mit einem Kredit tilgen. Es braucht kein vorheriges Sparen mehr (auch wenn es sinnvoll ist, um den Kredit nicht für die gesamte Kaufsumme aufzunehmen) – Man kauft das Auto mithilfe dieses Geldes und zahlt die Summe dann in monatlichen Raten plus Zinsen zurück. Anstelle von Ratenkrediten mit höheren Zinssätzen kann man auch nach Autokrediten Ausschau halten, die zinsmäßig deutlich günstiger sind. Empfohlen ist ein Kreditvergleich im Internet.

0%-Finanzierung

Im Gegensatz zum Kredit schließt man die 0%-Finanzierung direkt über den Händler, das Autohaus oder wo auch immer man das Auto kauft, ab. Die Zinsen des Kredits fallen weg und der Kaufpreis wird auf eine bestimmte Anzahl an Monaten aufgeteilt, in denen jeweils eine Rate gezahlt werden muss.

3-Wege-Finanzierung

Bei der 3-Wege-Finanzierung teilt sich die Finanzierung in 2 Parts. Der erste Part ist das Leasing bzw. die Finanzierung zu niedrigen Monatsraten, unabhängig vom Kaufpreis. Nach Ablauf der festgelegten Laufzeit bleibt ein Restwert übrig – Man hat nun die Möglichkeit, entweder das Auto zurückzugeben und den Restwert stehen zu lassen, den Restwert mithilfe eines Kredites nachzufinanzieren oder aber den Restwert in einer Zahlung komplett zu tilgen (was aber recht teuer sein könnte). Mehr Informationen zur 3-Wege-Finanzierung erhalten Sie hier!

Ballonkredit

Der Ballonkredit funktioniert ähnlich wie die 3-Wege-Finanzierung anfangs mit sehr niedrigen monatlichen Raten, hat aber zum Ende eine Überraschung parat. Denn dann wird die Komplettzahlung der übrig gebliebenen Schlussrate zwingend fällig und die kann sehr hoch ausfallen. Man sollte sich bereits am Anfang sicher sein, dass man diese Schlussrate tilgen kann, wenn man einen Ballonkredit nimmt.

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Leasing

Die Alternative zu allen fünf Finanzierungen ist das Leasing. Hier mietet man den Jahreswagen lediglich an, wird also nicht zum Eigentümer. Die Monatsraten sind je nach Angebot recht niedrig und oft auf jeden Fall niedriger als die von Krediten oder der 0%-Finanzierung. Außerdem sind Nebenkosten oft direkt inbegriffen. Wir sehen Leasing allerdings nur als halbwertige Alternative, denn wenn man schon einen Jahreswagen besitzen möchte, kann man diesen auch kaufen. Vor allem bei Neuwagen ist Leasing sinnvoll aufgrund des Preises (Leasingraten meist günstiger als alle Raten der Finanzierungen). Bekommt man nun aber schon einen derartigen Nachlass bei so gut wie gleicher Beschaffenheit, sollte man sich den Wagen auch komplett gönnen. Es sei denn, man hängt nicht direkt am Wagen und ist darauf hinaus, ohnehin alle paar Jahre den Wagen zu wechseln. Dann spielt es natürlich keine Rolle, ob der Wagen neu oder ein paar Monate alt ist. Wer unbedingt den Wagen eine Zeit lang ausprobieren möchte, hat zudem noch die 3-Wege-Option, bei der der Wagen bei Nichtgefallen auch zurückgegeben (oder eben nachfinanziert) werden kann.

infoÜbrigens: In unserem Hauptratgeber zur Fahrzeugfinanzierung haben wir die Finanzierungswege noch einmal in deutlich ausführlicherer Version dargestellt.

 

Welche Finanzierung wird empfohlen?

Empfohlen wird grundsätzlich die Finanzierung, die einem persönlich am meisten zusagt, es ist also eine individuelle Entscheidung. Rein auf Basis der Fakten sind 0%-Finanzierungen und Kredite bis zu einer Grenze empfohlen, wo die Monatsraten für einen persönlich im bezahlbaren Rahmen liegen. Höhere Summen verursachen irgendwann natürlich auch höhere Raten. Diesen Moment sollte man erkennen und dann Alternativen wahrnehmen, etwa das Leasing oder eine 3-Wege-Finanzierung. Ballonkredite sollten nur bei absoluter Sicherheit mit der Schlussrate abgeschlossen werden. Ist das Auto aber allein vom Sparkapital schon bezahlbar und stehen keine weiteren Anschaffungen bevor, sollte man das Kapital auf jeden Fall dafür einsetzen und eine Finanzierung vermeiden – einmal bezahlt ist schließlich immer besser, als monatelang damit herum zu hökern.

SWK Bank Autofinanzierungsrechner

Angebote für Jahreswagen & Top 5 der beliebtesten Wagen

Da Jahreswagen im Gegensatz zum Gebrauchtwagen und Neuwagen nicht sehr oft ganz direkt angeboten werden, ist es pauschal nicht möglich, konkrete Angebote darzustellen, ohne dabei in Beispiele zu verfallen wie weiter oben bereits. Unsere Recherche auf mobile.de zeigte zum Beispiel schon, dass lediglich Wagen gebraucht, neu oder mit Tageszulassung zu filtern waren. Erst über Umwege (Einstellung des Zeitraums seit der Erstzulassung) konnten Jahreswagen gefunden werden. Die Angebote hängen jedoch immer individuell vom aktuellen Portfolio der Online-Portale oder lokalen Autopartner ab. Trotzdem möchten wir die Top 5 der wahrscheinlich beliebtesten Jahreswagen nicht vorenthalten (die natürlich immer wieder je nach aktuellen Daten wechselt). Aktuell sind unter den beliebtesten Wagen über 20.000 Euro (da sich Jahreswagen wie gesagt gerade bei Luxuswagen lohnt) in etwa folgende:

  1. VW Phaeton (Limousine) – Preis ca. 60.000 Euro
  2. LANCIA Thema (Amerikanisch angehauchte Limousine) – Preis ca. 24.000 Euro
  3. BMW M235 oder X5 M50 (Sportliche Limousine / Luxus-SUV) – Preise ca. 50.000 / 80.000 Euro
  4. MERCEDES CL (Sportliche Limousine) – Preis ca. 92.000 Euro
  5. JAGUAR XJ (Limousine) – Preis ca. 63.000 Euro

Bei den Wagen unter bei und unter 20.000 Euro reden wir etwa von folgenden:

  1. AUDI A3 (Kompaktwagen) – Preis ca. 19.000 Euro
  2. SEAT Ibiza (Kleinwagen) – Preis ca. 13.000 Euro
  3. PEUGEOT Partner Tepee (Familienvan) – Preis ca. 15.000 Euro
  4. VW Golf (Kompaktwagen) – Preis ca. 15.000 Euro
  5. BMW 1er (Kompaktwagen) – Preis ca. 23.000 Euro

Jahreswagen als Dienstwagen

Jahreswagen als Dienstwagen: Auch das ist möglich

Als hoher Angestellter oder Außendienstler ist man entweder auf ein Auto angewiesen oder bekommt von der Firma selbst einen Dienstwagen angeboten. Natürlich liegt es im Ermessen der Firma, welchen Wagen es gibt, wobei aber einerseits die Qualität stimmen soll, andererseits der Preis. Jahreswagen kommen also grundsätzlich in Frage. Vielleicht nicht die Luxuswagen, aber durchaus alle anderen.

Fazit

Jahreswagen sind eine super Sache, wenn man es nicht ganz so teuer, aber auch nicht gleich verbraucht haben möchte. Die Vorteile sprechen für sich, darunter vor allem natürlich der Preis bei der Qualität eines quasi Neuwagens. Unter den Finanzierungsangeboten gibt es einige und hat man die für sich richtige Finanzierung gefunden, wird der Jahreswagen definitiv die Freude bereiten, die er verspricht.

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Eike Kewitz

Chefredakteur Kredite.org

Eike Kewitz

Nach seinem Abitur machte sich Eike unmittelbar als freiberuflicher Texter selbstständig und baute sein Unternehmen selbst während seiner folgenden Vollzeit-Ausbildung im Marketing immer weiter aus. Mittlerweile hat er sich vor allem auf das Ressort Finanzen - Kredite, Konten, Geldanlage - spezialisiert und steuert als Hauptredakteur nun auch für uns regelmäßig News und Ratgeber bei. Neben diesem Portal ist er in weiteren spannenden Projekten involviert.