Vorsicht! Daran erkennen Sie einen Kredithai

Das Wichtigste in Kürze

  • Kredithaie sind oft nur Kreditvermittler und gar nicht selbst Kreditgeber, im Zweifel also lieber nachfragen, ob für die Beauftragung des Kreditvermittlers eine Gebühr fällig wird
  • Wer gewerbsmäßig Kredite vergibt, benötigt hierzu eine Banklizenz der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin). Die BaFin führt eine Datenbank über zugelassene Unternehmen in der Sie einen Kreditgeber überprüfen können
  • Wirbt ein Anbieter ganz gezielt um Kunden mit sehr schlechter Bonität, handelt es sich sehr wahrscheinlich um einen Kredithai
  • Nutzen Sie unseren unverbindlichen Kreditvergleich um geprüfte Angebote zu finden:
Deutschlands günstigste Online-Kredite hier vergleichen
  • Schneller, unkomplizierter Kreditantrag
  • Auszahlung innerhalb von 24h möglich
  • Niedrige monatliche Raten

 

infoDie Bonität ist nicht gut, ein dringend benötigter Kredit wird nicht gewährt! In dieser Situation kann es schnell passieren, dass man bei der Auswahl der potentiellen Kreditgeber nicht die nötige Sorgfalt an den Tag legt. Verbraucherschützer warnen deshalb regelmäßig vor unseriösen „Kredithaien“, die es ganz gezielt auf überschuldete Menschen in Notlagen abgesehen haben. Mit dem Schlagwort „Kredithai“ tut man aber dem schon oft verteufelten Meeresraubtier unrecht. Kredithaie an Land sind definitiv schlimmer!

Die Ausgangssituation: keinen Kredit bekommen

Die Herausforderung: jetzt bloß nicht auf einen „Kredithai“ hereinfallen

Die Lösung: im Kredithai-Check das verlockende Angebot genau prüfen

Der Kredithai-Check: Kredite sind eine alltägliche Sache!

Ganz grundsätzlich haben es Kredithaie nicht schwer, denn die gesetzlichen Vorgaben zur Kreditvergabe sind hierzulande bewusst allgemein gehalten. Der Staat will schließlich nicht in die jeden Tag sicher zehntausendfach vergebenen Kredite zwischen Verwandten und Freunden oder in die zahllosen Lieferantenkredite zwischen Unternehmen hinein regulieren. Der Gesetzgeber schreibt für Kredite lediglich zwingend vor, dass das zu verleihende Geld tatsächlich vorhanden sein muss, es darf also kein Scheingeschäft sein.

Vorsicht bei Kreditangeboten per Post

Dass sich die Kreditzinsen mittlerweile seit vielen Monaten auf einem sehr geringen Niveau befinden, ist für Kreditsuchende sicherlich zunächst einmal sehr positiv. Meistens kümmern sich Verbraucher selbst darum, beispielsweise Angebote zu vergleichen und auf diesem Weg eine günstige Bank zu finden. Die Mehrzahl aller Kunden in Deutschland wendet sich bei einem Finanzierungsvorhaben nach wie vor zunächst an die eigene Hausbank. Es werden aber auch immer häufiger zunächst Vergleiche durchgeführt. In den letzten Jahren gibt es allerdings einen weiteren Trend, der sich immer mehr auszubreiten scheint. So werden Verbraucher heutzutage immer öfter mit Kreditangeboten per Post konfrontiert.

In vielen Fällen bieten Kreditinstitute ein Darlehen an, ohne dass der Kunde überhaupt eine Bankverbindung bzw. eine Geschäftsbeziehung mit dem jeweiligen Institut hat. Meistens ist es so, dass beispielsweise im Rahmen einer Umfrage oder sonstigen Aktionen im Internet das Einverständnis erteilt wurde, dass Banken Werbung per Post oder auch per E-Mail versenden dürfen. Ist dies der Fall, erhalten Millionen Verbraucher beispielsweise per Post tatsächlich auch Werbung von den Kreditinstituten. Erstaunlicherweise geht es dabei selten um Geldanlagen, sondern in aller Regel wird dem jeweiligen Adressaten ein Kreditangebot gemacht. Prinzipiell sollten Verbraucher bei solchen Offerten allerdings sehr vorsichtig sein, was nichts damit zu tun hat, dass die Seriosität des Kreditgebers anzuzweifeln wäre. Vielmehr verführen derartige Angebote häufig tatsächlich dazu, einen Kredit aufzunehmen, der vielleicht vom Grundprinzip her gar nicht benötigt wird. Insbesondere dann, wenn mit höheren Kreditbeträgen geworben wird, die der einzelne Verbraucher vielleicht gar nicht stemmen kann, sollten diese Angebote genau überprüft bzw. kritisch betrachtet werden.

20.000 Euro und mehr als Blankokredit

Vor allem vor dem Hintergrund, dass in den Medien darüber berichtet wird, dass es durchaus nicht wenige Banken gibt, die sehr kritisch mit der Vergabe von Darlehen an Privatkunden umgehen, ist es verblüffend, dass doch relativ viele Kreditangebote per Post an Nichtkunden verschickt werden. So wird einem ganz normalen Verbraucher beispielsweise ein Blankokredit von 15.000 oder mehr Euro angeboten, ohne dass die jeweilige Bank den Kunden überhaupt kennt. Natürlich handelt es sich dabei lediglich um ein Angebot und keinesfalls um eine Verpflichtung seitens des Kreditgebers, dass der Darlehensbetrag dann auch tatsächlich zur Verfügung gestellt werden wird. Denn selbstverständlich prüfen die meisten Banken – falls der Kunde auf das Angebot eingeht – zunächst einmal mit den üblichen Instrumenten die Bonität des Kunden.

Dennoch gibt es bei diesen anonymen Kreditangebote Kreditangeboten per Post durchaus auch Fälle, in denen keine größere weitere Prüfung vorgenommen wird. Dann wäre es tatsächlich so, dass der Verbraucher auf das schriftliche Kreditangebot eingehen kann und schon wenige Tage später ein Darlehen zur Verfügung gestellt bekommen würde, bei dem er vielleicht gar nicht weiß, ob er sich den Kredit überhaupt leisten kann. Vorsicht ist auch dann walten zu lassen, wenn die Werbung per Post mit besonders günstigen Konditionen ausgestattet ist. In vielen Fällen operieren Bank nämlich mittlerweile mit einem sogenannten bonitätsabhängigen Zinssatz, was in den entsprechenden Werbeschreiben meistens dann per Sternchen (*) neben dem beworbenen Kreditzins gekennzeichnet wird. So lauten derartige Angebote beispielsweise häufig: „10.000 Euro Kredit ab 3,45 Prozent*“. Zum „*“ steht dann auf dem Schreiben meistens im unteren Teil aufgeführt, dass es sich um einen bonitätsabhängigen Zinssatz handelt.

1.) Kreditgeber oder Kreditvermittler?

Oft sind Kredithaie nur Kreditvermittler und gar nicht selbst Kreditgeber. Sie stellen nur den Kontakt zwischen einem Kreditinteressenten und dem eigentlichen Kreditgeber her. Im Zweifelsfall müssen Verbraucher also lieber einmal öfter nachfragen, damit nicht schon für die Beauftragung des Kreditvermittlers eine stramme Gebühr fällig wird! Schwerer zu erkennen ist es, vor allem bei Kredithaien, die im Internet schwimmen, ob das Geld auch wirklich vorhanden ist. Im Zweifelsfall lieber ganz Abstand nehmen!

2.) Unterwirft sich der Kreditgeber oder Kreditvermittler dem staatlich überwachten Finanzwesen?

Wenn Kredite nicht nur vereinzelt sondern gewerbsmäßig vergeben werden, braucht es eine Banklizenz der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin). Wer ohne Genehmigung der Bankenaufsicht mit Gewinnerzielungsabsicht Kredite an Verbraucher vergibt, ist nicht nur zu 100 % ein Kredithai, sondern bewegt sich auch in der Illegalität! Auf dieser BaFin-Webseite lässt sich in einer Datenbank überprüfen, ob ein Kreditgeber die benötigte schriftliche Erlaubnis der BaFin vorweisen kann.

3.) Wirbt der Kreditanbieter ganz gezielt um Kunden mit schlechter oder sehr schlechter Bonität?

Wenn im Angebot ganz offen über „Kredite in der Insolvenz„, „Kredite komplett ohne SCHUFA“ oder „Notfallkredite“ gesprochen wird, ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass man es mit einem Kredithai zu tun hat.

4.) Wucherzinsen: Wo hören hohe Zinsen auf, wo beginnen sittenwidrige Zinsen?

Wer hoch verschuldet ist, muss damit rechnen, bei einem weiteren Kredit nicht die Minimalzinsen aus der Werbung zu bekommen. Der effektive Zinssatz p.a. (pro Jahr) von Ratenkrediten liegt meist zwischen 4,5 und 10 Prozent, für in Anspruch genommene Dispositionskredite berechnen Banken Zinsen zwischen 7 und 13 Prozent. Das ist noch kein „Kredithaialarm“! Bei Zinsen auf dem gleichen Level wie Dispo-Überziehungszinsen ist aber schon von unerfreulichen Wucherzinsen auszugehen. Ab wann aus Wucherzinsen tatsächlich sittenwidrige Zinsen werden und der Kreditvertrag damit nichtig ist, lässt sich nicht in absoluten Zahlen ausdrücken. Gerichte sprechen von sittenwidrigen Zinsen, wenn das Missverhältnis zwischen Leistung (Kredit) und Gegenleistung (Zins) klar auf der Hand liegt, zum Beispiel wenn der vereinbarte Kreditzins 50 oder 75 Prozent über dem Marktzins liegt.

Kredithai: Das Fazit

Kennzeichen 1: Kreditvermittler sind oft Kredithaie
Kennzeichen 2: Es gibt keine Erlaubnis der BaFin
Kennzeichen 3: Es wird gezielt um sehr kritische Kunden geworben
Kennzeichen 4: Bei sittenwidrigen Zinsen ist es immer ein Kredithai

Deutschlands günstigste Online-Kredite hier vergleichen
  • Schneller, unkomplizierter Kreditantrag
  • Auszahlung innerhalb von 24h möglich
  • Niedrige monatliche Raten

Wie hilfreich findest du diesen Artikel?
Bewertung: 5.0 (1 Stimme)
Keine Kommentare

Einen Kommentar hinterlassen

Paul Scheuschner

Kredite.org Autor

Paul Scheuschner

Paul ist Autor von Kredite.org und seit der Gründung in 2013 dabei. Sein Finanzwissen basiert auf einer Ausbildung zum Kaufmann für Versicherungen und Finanzen, die er von August 2006 - Januar 2009 in Berlin bei der Allianz Versicherung durchlaufen hat. Er hat in dieser Zeit sowohl für die Allianz Versicherung im Innen- und Außendienst, als auch bei der Dresdner Bank (heute Commerzbank) gearbeitet.