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Handschlag zweier Männer im Anzug in einem Saal - Treuhandkonto eröffnen

Treuhandkonto & Anderkonto: Was Sie 2020 dazu wissen sollten

Treuhandkonto eröffnen – Kurzantwort

Hausverwalter (Mieter oder Vermieter), Notare oder Insolvenzverwalter sollten ein Treuhandkonto für eine treuhänderische Verwaltung für Gelder von Dritten eröffnen. Der Dritte bleibt bis zur vertragsgemäßen Verwendung durch den Treuhänder Eigentümer des Geldes. Der Treuhänder handelt somit auf seinem Treuhandkonto auf fremde Rechnung, also im Auftrag des Treugebers. Sicherlich ein sehr bekanntes Treuhandkonto ist bspw. das Mietkautionskonto (Mietkautionssparbuch).

Treuhandkonto eröffnen – Das Wichtigste in Kürze

  • Der Treuhänder ist Kontoinhaber, jedoch nicht der Eigentümer des Guthabens. Der Treugeber kann selbst nicht über das Konto verfügen.
  • Es gibt viele Gründe, ein Treuhandkonto zu eröffnen. Als Mieter oder Vermieter, Immobilienkäufer, bei Privatinsolvenz oder als Wohneigentümergesellschaft.
  • Insolvenzsichere Treuhandkonten sind das offene Fremdgeldkonto für Wohneigentümergesellschaften und Verwalter sowie Anderkonten.
  • Ein Treuhandkonto zu eröffnen ist nicht schwer. Unsere Schritt für Schritt Anleitung zum Treuhandkonto ist einfach umzusetzen.

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Pros
  • Sicherheit für Käufer und Verkäufer bei der Geschäftsabwicklung
  • Sichere Aufbewahrung von Geldsumme bei unabhängiger Drittpartei
  • Gewährleistete und pünktliche Zahlung, sobald alle Konditionen erfüllt sind
  • Vorzeitige Besitzübergabe bei Verkäufen ist auch ohne Auszahlung an den Empfänger möglich
  • Treugeber ist Eigentümer des Vermögens auf Konto
  • Entlastung des Treugebers oder Angehörige
Contra
  • Wechsel des Treuhänders kompliziert
  • Komplexe Vertragsgestaltung, damit Treuhandvermögen vor Veruntreuung, Insolvenz, Pfändung und bei Tod Treuhänder geschützt ist
  • Hohe Gebühren für bestimmte Treuhandkonten
  • Treugeber hat kein Auskunftsrecht gegenüber der Bank zum Treuhandkonto

Treuhandkonto und was gibt es noch?

Als Treuhandkonto werden viele verschiedene Konten bezeichnet, auch wenn deren Name nicht immer auf ein Treuhandkonto schließen lässt.

Unterschieden werden Treuhandkonten vereinfacht in:

  • Anderkonto
  • offenes Fremdgeldkonto
  • Mietkautionskonto
  • Offenes Treuhandkonto
  • Verdecktes Treuhandkonto

Bei welcher Bank kann ich ein Treuhandkonto oder Anderkonto eröffnen?

Hinweis: Über die nachfolgenden Links kommen Sie auf die Seite der jeweiligen Bank. Da es in den seltensten Fällen möglich ist ein Treuhandkonto direkt online zu eröffnen, können Sie auf der Seite direkt mit der Bank in Verbindung treten.

Was ist ein Treuhandkonto?

Beim Treuhandkonto verwaltet ein Treuhänder das Vermögen einer anderen Person, Verband, Gesellschaft, Unternehmen usw. Dafür eröffnet der Treuhänder ein Treuhandkonto. Kontoinhaber und Besitzer des Vermögens sind dabei also unterschiedliche Personen. Der Treuhänder hat ordnungsmäßigen Aufzeichnungen über das Treuhandkonto zu führen (§ 259 BGB).

Wofür wird ein Treuhandkonto benötigt?

Das Treuhandkonto ist in Fällen sinnvoll, in denen die Voraussetzungen für eine Auszahlung noch nicht erfüllt sind, jedoch die Zahlung zu einem späteren Zeitpunkt sichergestellt werden soll.

Die folgenden Beispiele verdeutlichen dies:

  • Bei der Abwicklung von Immobiliengeschäften und Baufinanzierung, wenn Löschung und Eintragungen im Grundbuch noch ausstehen, das gekaufte oder finanzierte Objekte jedoch schon genutzt werden soll
  • Bei der Privatinsolvenz: Hier erhält der Treuhänder das gerichtlich festgestellte Vermögen zur Verteilung an die Gläubiger.
  • Im Todesfall: In diesem Fall erhält der Bestatter nach dem Tod des Treugebers das Treuhandvermögen zur Sicherstellung der Beerdigung und ggf. Grabpflege. 
  • Auch der Testamentsvollstrecker kann ein Treuhandkonto eröffnen, um Zahlungen aus der Erbschaft in Tranchen zu vorab bestimmten Ereignissen wie Heirat oder Alter vorzunehmen.
  • Bei Wohnangelegenheiten: Der Vermieter kann ein Mietkautionskonto oder Mietkautionssparbuch für die erhaltene Mietkaution eröffnen. Auch die Wohnungseigentümergemeinschaft kann sich zur Eröffnung eines Treuhandkontos entschließen, z.B. für die Instandhaltungs-Rücklage.
  • Bei Pflegebedürftigkeit o.ä.: Der gerichtlich bestellte Betreuer verwaltet das Vermögen einer unmündigen oder pflegebedürftigen Person.
  • In der Steuerberatung: Der Steuerberater verzichtet auf eine Konto-Vollmacht seines Mandanten und eröffnet stattdessen ein Treuhandkonto für seinen Mandanten, um bspw. anfallende Rechnungen zu begleichen.

Welche unterschiedlichen Treuhandkonten gibt es?

Treuhandkonten können als offene und verdeckte Treuhandkonten geführt werden.

Beim verdeckten Treuhandkonto ist für Außenstehende nicht ersichtlich, dass es sich um einen Treuhandvertrag und ein Treuhandkonto handelt. Das kann zur Konsequenz haben, dass mangels der Kenntnis über den Treugeber die Bank Aufrechnung gegen andere Verbindlichkeiten oder auch Pfändungen von Gläubigern des Treuhänders zulassen bzw. vornehmen kann.

Beim offenen Treuhandkonto ist der Treugeber klar erkennbar. Denn die Bank muss neben dem Treuhänder auch die Identifikationsprüfung des Treugebers vornehmen. Hier kann außer ausstehenden Kontoführungsgebühren für das Treuhandkonto keine Verrechnung mit Verbindlichkeiten des Treuhänders vorgenommen werden.

Was ist ein Treuhandvertrag?

Der Treuhandvertrag regelt Rechte und Pflichten zwischen Treugeber und Treuhänder. Es gibt keine vorgeschriebene Form. Der Treuhandvertrag kann daher auch mündlich erteilt werden.

Für die Eröffnung eines Trauhandkonto wird von der Bank ein Treuhandvertrag erwartet.

Vor Eröffnung des Treuhandkontos ist der Treuhandvertrag zu erstellen. Im Treuhandvertrag wird im Wesentlichen neben der Benennung des Treugebers und Treuhänders das Vermögen beschrieben, die Art der Verwaltung, die Laufzeit des Treuhandvertrags, Rechte und Weisung des Treugebers sowie Pflichten des Treuhänders inklusive dessen Vergütung.

Eine Vermögensvermischung mit anderen Geldern muss ausgeschlossen sein. Bei Wohnungseigentümergemeinschaft (WEG) sollte der Treuhänder (Verwalter) durch einen Verwaltungsbeirat „kontrolliert“ werden.

Expertentipp

Vor Eröffnung des Treuhandkontos sollten Sie sich über die Vertragsgestaltung zwischen Ihnen und dem Treuhänder Gedanken machen. Wenn Sie sicher gehen wollen, dass bei finanziellen Problemen oder Tod des Treuhänders das Vermögen nicht in die Insolvenzmasse oder den Nachlass fließt, sollten Sie ein offenes Treuhandkonto vereinbaren. Ansonsten besteht immer die Gefahr, dass Sie im Schadenfall nicht den Nachweis führen können, dass das noch vorhandene Vermögen des Treuhänders Ihnen zuzuordnen ist.
Sofern möglich, sollte im Treuhandvertrag auch mit Ihrem Anwalt vereinbart sein, dass außer ggf. Gebühren für den Treuhänder alle Einzahlungen direkt auf das Treuhandkonto bzw. Anderkonto eingehen.

Was ist der Unterschied zwischen einem Anderkonto und Treuhandkonto?

Ein Anderkonto ist eine besondere Form eines Treuhandkontos. Im Gegensatz zum Treuhandkonto gibt es für Anderkonten spezielle Gesetze in der Insolvenzordnung. Daher gilt ein Anderkonto als besonders sicher. Die kontoführende Bank oder andere Gläubiger können im Fall von Schulden oder Verbindlichkeiten gegen den Kontoinhaber, also den Treuhänder, das Konto nicht pfänden.

Es handelt sich bei dem Anderkonto in Deutschland grundsätzlich um ein offenes Treuhandkonto. Ein Anderkonto wird ausschließlich von Notaren (Notaranderkonto), Rechtsanwälten, Insolvenzverwaltern, Zwangsverwaltern, Steuerberatern, Steuerbevollmächtigten und Wirtschaftsprüfern genutzt.

Für Anderkonten gelten üblicherweise eigenständige Bankbedingungen, bspw. das Führen von Sammelanderkonten. Für die Führung eines Anderkontos ist eine Hebegebühr (Verwahrungsgebühr) gemäß RVG an den Treuhänder zu entrichten.

Wer eröffnet ein Treuhandkonto?

Das Treuhandkonto wird nach Erstellung des Treuhandvertrags vom Treuhänder eröffnet. Der Treuhänder führt das Konto im eigenen Namen treuhänderisch für einen Dritten, dem Treugeber. Somit verliert der Treugeber nicht vollständig seine Rechte über sein Vermögen, jedoch wird die Verwaltung des Vermögens auf dem Treuhänder übertragen.

Genutzt wird das Treuhandkonto, neben den vorher genannten Berufsgruppen des Anderkontos, unter anderem von:

  • Testamentsvollstreckern oder Nachlassverwaltern
  • Betreuern (ggf. Vormund) von Pflegebedürftigen
  • Vereinen
  • Bestattern
  • Wohnungseigentümergesellschaften und Vermietern
  • Investmentgesellschaften (sog. Sondervermögen)

Eine weitere Form ist die sogenannte treuhänderische Beteiligung an einer Gesellschaft. Hierbei ist der Treuhänder im Außenverhältnis die Gesellschaft, vertritt jedoch im Innenverhältnis die Rechte des Treugebers. Bei dieser Konstellation wird der Treuhänder häufig umgangssprachlich als Strohmann bezeichnet.

Für Privatpersonen ist – auch aufgrund der Anforderung des Geldwäschegesetzes (GWG) – außer dem Mietkautionssparbuch bzw. Mietkautionskonto kaum die Eröffnung eines Treuhandkontos möglich.

Das Treuhandkonto für die Bestattung

Mit einem Treuhänder für Bestattungsunternehmen wird ein Treuhandvertrag abgeschlossen. Dieser eröffnet ein Treuhandkonto. Der Treugeber kann sich häufig einen Bestatter vor Ort aussuchen und sich das „Bestattungspaket“ zusammenstellen lassen. In der Regel ist die Bestattung deutschlandweit möglich. Im Todesfall bezahlt der Treuhänder an das von Ihnen ausgewählte Bestattungsunternehmen. Denkbar ist ebenfalls, mit einem Bestatter direkt einen Treuhandvertrag abzuschließen.

Treuhandkonto für die Mietkaution eröffnen

Die Mietkaution muss vom Vermieter auf ein offen ausgewiesenes Sonderkonto (Mietkautionskonto) eingezahlt werden. Ein verdecktes Treuhandkonto ist höchstrichterlich entschieden für ein Mietkautionskonto nicht erlaubt. Somit ist die Mietkaution vor dem Zugriff der Gläubiger des Vermieters geschützt bzw. könnte zurückgefordert werden. Denn das offene Treuhandkonto bzw. Sonderkonto ist somit eindeutig als Treuhandkonto für die Mietkaution erkennbar.

Das offene Fremdgeldkonto für Verwaltung von Wohnungseigentum

Da das offene Treuhandkonto für die Wohneigentümergemeinschaft bei Insolvenz oder Veruntreuung des Verwalters oder der Verwaltungsgesellschaft erheblichen Risiken ausgesetzt war, wurde das offene Treuhandkonto durch ein offenes Fremdgeldkonto ersetzt.

Das offene Fremdgeldkonto ist wie ein Anderkonto im Falle von Verbindlichkeiten des WEG Verwalters pfändungssicher und insolvenzfest. Die WEG kann von der Bank Auskünfte erhalten und ggf. darauf zugreifen, was bei einem offenen Treuhandkonto nicht möglich ist. Auch muss nicht bei jedem Wechsel ein neues Treuhandkonto eröffnet werden. Das offene Festgeldkonto geht beim Wechsel auf den neuen WEG Verwalter über.

Offenes Treuhandkonto eröffnen – Schritt für Schritt erklärt

Schritt
01
Treuhandvertrag erstellen
Schritt
02
Treuhandkontovertrag bei der Bank eröffnen
Schritt
03
Identifizierung gemäß Geldwäschegesetz (GWG)
Schritt
04
Bestätigung Kontoeröffnung mit Kontonummer Übermittlung

 

1. Treuhandvertrag erstellen

Treugeber und Treuhänder schließen – ggf. mit Hilfe eines spezialisierten Rechtsanwaltes – einen Treuhandvertrag.

2. Treuhandkontovertrag bei der Bank eröffnen

Der Treuhänder eröffnet unter Vorlage diverser Unterlagen wie bspw. eine Gewerbeanmeldung oder ein Auszug aus dem Vereinsregister, des Treuhandvertrags oder Vollmacht nun das Treuhandkonto, zum Beispiel bei der Commerzbank, ING oder DKB. Nicht alle Banken bieten, wie z.B. die Postbank, die Eröffnung eines Treuhandkontos online an.

Sofern das Konto nicht auf den Namen des Treugebers eröffnet werden soll, weil es sich z.B. um eine Erbengemeinschaft handelt, kann dem Anderkonto auch ein Wunschname vergeben werden. Durch einen bankinternen Zusatz zum Namen des Treuhänders wird das Treuhandverzeichnis angezeigt.

3. Identifizierung gemäß Geldwäschegesetz (GWG)

Der Treuhänder muss sich von dem Kreditinstitut mit Lichtbildausweis als zukünftiger Kontoinhaber identifizieren. Sofern eine Kontoeröffnung online möglich ist, kann die Identifikation über das VideoIdent-Verfahren erfolfgen.

Der Treuhänder hat den oder die Treugeber mit vollständigen Namen und die Anschrift zu benennen. Unter Umständen kann diese Information auch nach Kontoeröffnung nachgereicht werden.

4. Bestätigung Kontoeröffnung mit Kontonummer Übermittlung

Der Treuhänder erhölt nun verschiedene Unterlagen per Post.

  • Mitteilung der Kontonummer und weiterer Kontodaten
  • PIN für das Onlinebanking
  • Bankkarte/Kreditkarte
  • Zusätzliche PIN für Bankkarte/Kreditkarte

Was kostet ein Treuhandkonto bei der Bank?

Einige Banken bieten offene Treuhandkonto kostenlos an, z.B. für ortsansässige Vereine. Da jedoch mit dem Führen eines Treuhandkontos zum einen Verdienstmöglichkeiten für den Treuhänder verbunden sind und die Bank zum anderen eine strengere Haftung als beim üblichen Girokonto hat, verlangen die meisten Banken eine Kontoführungsgebühr.

Vor Eröffnung eines Treuhandkontos sollten Sie sich über diese eventuell anfallenden Kontoführungsgebühren informieren. Für Notaranderkonten und Anderkonten wird zusätzlich die sogenannte Hebegebühr beim Rechtsanwalt oder Notar fällig.

Gesetzliche Pflichten eines Treuhänders bei der Verwaltung eines Treuhandkontos

Das Vermögen des Treuhänders ist vom Vermögen des Treugebers zu trennen, sodass sich auf dem Treuhandkonto nur das Vermögen des Treugebers befindet. Der Treuhänder haftet dem Treugeber bei Vorsatz und Fahrlässigkeit.

Selbstverständlich darf der Treugeber nur so über das Vermögen verfügen bzw. verwenden, wie es über den Treuhandvertrag oder den gesetzlichen Vorschriften entspricht.

Sind Treuhandkonto und Anderkonto gegen Insolvenz und Pfändung geschützt?

Anderkonten und Notaranderkonten sind gegen Pfändung geschützt, das offene Treuhandkonto nur eingeschränkt. Im letztgenannten Fall kann ggf. erst nach gerichtlicher Klärung der Treugeber wieder Eigentümer des Treuhandvermögens werden.

Hinzu kommt, dass der Treugeber beim offenen Treuhandkonto keine Auskunftsrechte gegenüber der Bank hat und so z.B. von einer Pfändung erst viel später erfährt.

Grundsätzlich gelten auch für Treuhandkonten die gesetzliche Einlagensicherung der deutschen Banken.

Expertentipp
Im Falle der Pfändung des Treuhandkontos müssen die oder der Eigentümer eine Drittwiderspruchsklage nach § 771 Zivilprozessordnung (ZPO) erheben, um das gepfändete Eigentum zurückzuerhalten.
Bei einer Insolvenz des Treuhänders fällt auch das Treuhandvermögen in die Insolvenzmasse. Dem Treugeber steht jedoch ein Aussonderungsrecht zu. Leider ist die höchste Rechtsprechung im Insolvenzverfahren für den Aussonderungsanspruch von Geld bis heute ungeklärt. Somit kommt einem rechtssicheren Treuhandvertrag größte Bedeutung zu.
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FAQ zu Treuhandkonto eröffnen (6)

Sofern der Treuhandvertrag dem Treugeber ein Mitsprachrecht bzgl. Bankauswahl zugesteht, können Sie das Treuhandkonto wechseln. Sofern der Treuhänder nicht gerichtlich bestellt ist, muss beim Treuhänderwechsel der neue Treuhänder auch ein neues Treuhandkonto beantragen.

Das hängt von der Bank ab, ob Sie Zinszahlungen auf dem Treuhandkonto erhalten können. Etwaige Zinserträge muss der Eigentümer versteuern.

Nein, ein Treuhandkonto kann und darf man nicht überziehen. Nur die Kontoführungsgebühren für das Treuhandkonto dürfen ein Treuhandkonto in ein Sollsaldo bringen.

Ob Sie als Privatperson für diverse Zwecke ein Treuhandkonto eröffnen können, ist vorab mit dem Gewerbeamt zu klären. Geprüft werden muss, ob der Zweck des Treuhandkontos eine gewerbliche Tätigkeit ist. Des Weiteren ist in den AGB der jeweiligen Bank geregelt, ob Treuhandkonten für Privatpersonen angeboten werden.

Ja, ein Treuhandkonto eignet sich für die Mietkaution. Es bleibt jedoch dem Vermieter überlassen, ob er ein Kautionssparbuch, Kautionsbürgschaften, eine Kautionsversicherung oder ein Treuhandkonto im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben annehmen will bzw. eröffnet.

Steuerpflichtig für die Zinseinkünfte auf einem Treuhandkonto ist der Treugeber, da es bis zur Verwendung als sein wirtschaftliches Eigentum zählt (§ 39 AO). Da der Treugeber jedoch nicht Inhaber des Kontos ist, muss der Treuhänder für die korrekte Versteuerung des von ihm verwalteten Geldes sorgen.

Fazit

Treuhandkonto eröffnen für mehr Sicherheit

Ein Treuhandkonto kann viele Zwecke erfüllen. Insbesondere wenn ein größerer Geldbetrag für eine Kaufabwicklung über einen Treuhänder abgewickelt wird, kann es sehr sinnvoll sein. Denn dann zahlt der Notar erst an den Käufer aus, wenn dieser alle Vertragsbedingungen des Kaufvertrags erfüllt hat. Und der Verkäufer einer Immobilie hat vorher bereits die Notar-Bestätigung, dass das zugesagte Geld bereit liegt.

Sollte ein Notaranderkonto nicht möglich sein, weil bspw. ein berechtigtes Sicherungsinteresse nicht gegeben ist, dann stehen auch Anderkonten von Rechtsanwälten zur Verfügung. Denn Anderkonten bieten durch den Insolvenzschutz ein hohes Maß an Sicherheit.

Sofern Sie nicht spezielle Ziele verfolgen oder besondere Sicherheiten anbieten, ist von verdeckten Treuhandkonten abzuraten. Auch ist zu empfehlen, einen Treuhandvertrag zumindest anwaltlich überprüfen zu lassen.

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Paul Scheuschner

Kredite.org Autor

Paul Scheuschner

Paul ist Autor von Kredite.org und seit der Gründung in 2013 dabei. Sein Finanzwissen basiert auf einer Ausbildung zum Kaufmann für Versicherungen und Finanzen, die er von August 2006 - Januar 2009 in Berlin bei der Allianz Versicherung durchlaufen hat. Er hat in dieser Zeit sowohl für die Allianz Versicherung im Innen- und Außendienst, als auch bei der Dresdner Bank (heute Commerzbank) gearbeitet.