Badenia Bausparen – Test und Erfahrungen

Das Wichtigste in Kürze
Die Deutsche Bausparkasse Badenia ist heute Teil des italienischen Versicherungskonzerns. Die Wurzeln des Unternehmens reichen aber zurück bis in die Zeit der Weimarer Republik, als die Vorgängerinstitute Badenia und Deutsche Bau- und Siedlungsgemeinschaft gegründet wurden. Innerhalb der Generali-Gruppe deckt sie neben dem Bausparen auch die Immobilienfinanzierung ab.

Badenia Bausparen im Test

In den 1990er Jahren stand das Unternehmen wegen der Finanzierung von sogenannten „Schrottimmobilien in der Kritik“. Wie gut ist die Bausparkasse heute?

Testkategorie 1: Die Produkte

Badenia wirbt mit der Aussage, man habe nicht für jeden das Richtige, sondern das Richtige für jeden. Soll heißen, man bietet nur eine kleine Auswahl an Produkten, dafür aber lassen die sich individuell zuschneiden. Die Tarifübersicht kennt aktuell drei verschiedene Tarifmodelle, die jeweils ein anderes Ziel verfolgen

    • Schnelle Verfügbarkeit (Tarif Classic),
    • niedrige Rate,
    • niedriger Zins.

Produkte Auswahl

Die drei unterscheiden sich vor allem in der Mindestansparung, also jenem Prozentsatz der Bausparsumme, den der Kunde zunächst selbst einzahlen muss, der Rest wird dann als Kredit gewährt. Beim Classic-Tarif sind das 40 Prozent, wer niedrige Raten möchte muss 45 Prozent einzahlen und wer besonders niedrige Zinsen wünscht sogar 50 Prozent. Ein Tarif bei dem nur 30 Prozent eingezahlt werden müssen fehlt leider.

Beim Classic-Tarif gibt es wiederum drei verschiedene Zinssätze, je höhere die Bausparsumme desto niedriger der Zins.

Aus diesen Tarifen hat Badenia wiederum drei verschiedene Produkte kreiert. Bei ImmoStart schließt man einen Bausparvertrag ab und wählte eines der drei Tarifmodelle. ImmoFit wiederum wendet sich vor allem an Sparer, die Geld für laufende Modernisierungen ansparen wollen. Dabei wird der Bausparvertrag in zwei Tranchen geteilt, die getrennt voneinander ausgezahlt werden können. Erst wird der erste Teilvertrag bespart, dann der zweite.

ImmoStart R entspricht weitgehend dem ImmoStart Tarif, ist aber speziell auf den Wohn-Riester zugeschnitten, also die Riester-Vorsorge über einen Bausparvertrag.

Zwischenfazit Konditionen: Badenia wirbt damit, dass man mit wenig Tarifen für fast jeden Bedarf etwas findet, die Unterscheidung in Tarife und Produkte macht das Angebot aber teilweise wieder unübersichtlicher.

Testkategorie 2: Die Konditionen

Die Kreditzinsen liegen im üblichen Rahmen, bei der Tarifvariante „niedriger Zins“ sind sie sogar ausgesprochen günstig, auch im Vergleich zu anderen Tarifen mit einer Mindestansparsumme von 50 Prozent.

Konditionen Tarif Vergleich

Hoch ist dagegen die Abschlussgebühr, sie liegt über dem üblichen Wert von 1,0 Prozent. Zwar lässt sich die Bausparsumme bei den Varianten Classic und „niedrige Rate“ um bis zu 50 Prozent aufstocken, aber auch dann bleibt die Gebühr hoch – zumal nicht jeder aufstocken will. Die Tarifvariante „niedriger Zins“ bietet ohnehin keine Aufstockung, kostet aber die volle Abschlussgebühr.

Beim Classic-Tarif gibt es die Möglichkeit eines Zinspluses auf das Sparguthaben von bis zu 600 Prozent, wenn das Darlehen nicht in Anspruch genommen wird. Allerdings liegt der Guthabenzins dann immer noch unter dem von Hochzins-Verträgen, wie sie beispielsweise die Signal Iduna Bausparkasse anbietet.

Zwischenfazit Konditionen: Der Zins in der Niedrigzins-Variante ist tatsächlich niedrig, allerdings sind die Abschlussgebühren sehr hoch.    

Testkategorie 3: Beratung und Service

Als Tochter der Generali Versicherung erfolgt der Vertrieb zum großen Teil über die Muttergesellschaft. Das Unternehmen verfügt über ein dichtes Netz an Beratern in allen mittleren und großen Städten – immerhin handelt es sich um den zweitgrößten Erstversicherer in Deutschland. Hierzulande ist das italienische Unternehmen übrigens schon seit 1845 aktiv, damals gehört der Hauptsitz Triest noch zum Kaiserreich Österreich-Ungarn.

Noch dichter ist allerdings das Vertriebsnetz der Deutschen Vermögensberatung AG (DVAG). Diese ist eng mit Generali verbunden, die italienische Versicherungsgesellschaft hält 40 Prozent der Aktien an dem Frankfurter Finanzvertrieb, außerdem hat die DVAG unter dem Namen Allfinanz Deutsche Vermögensberatung den Alleinvertrieb der Generali-Tochter Aachener und Münchener Versicherung übernommen.

Während die DVAG als „Strukturvertrieb“ vor allem in den 1990er Jahren in der Kritik stand, urteilte die Stiftung Warentest im Juni 2014 die Finanzvertriebe seien „besser als ihr Ruf“. Die Beratung der DVAG sei, gemeinsam mit zwei Konkurrenten, „am passendsten und ohne größere Fehler“.

Eine Online-Beratung findet dagegen kaum statt, über die Website ist nur ein Kontaktformular aufrufbar. Da zur Generali-Gruppe auch der saarländische Direktversicherer CosmosDirekt gehört stellt sich die Frage, warum es bisher keinen Vertrieb über diesen Weg gibt.

Service Kontakt

Fazit: Kaum ein Unternehmen bietet so wenige Möglichkeiten zur direkten Kontaktaufnahme. Dafür ist das Beraternetz des Partners Deutsche Vermögensberatung AG sehr dicht.

Testkategorie 4: Website

Nicht nur bei der Online-Beratung schneidet die Badenia Bausparkasse schlecht ab, insgesamt ist die Website nicht so gut gemacht wie man es von einigen Konkurrenten kennt. Wer nach Bausparprodukten sucht, der bekommt zunächst die drei möglichen Optionen angezeigt. Statt übersichtlicher Informationen wird aber unter den jeweiligen Punkten wie ImmoStart ein Werbefilm abgespielt. Der bietet zwar ein paar Infos, übersichtlicher wäre aber eine Tabelle.

Startseite Home

Zumal ja Produkte bei der Badenia keine Tarife sind, die findet man nur über einen leicht zu übersehenden Link am Ende der Seite unter dem Namen „Tarifübersicht“. Es öffnet sich ein PDF, auch das ist nicht besonders kundenfreundlich, bessere wäre eine direkt in die Seite eingebundene Tabelle.

Außerdem sind viele Informationen für Laien in der Tarifübersicht nur schwer verständlich. Immer wieder wird auf die Allgemeinen Bausparbedingungen verwiesen, der Kunde muss also erst dort nachsehen um den Tarif zu verstehen. Oft sind nur Formeln angegeben, es fehlt ein Tarifrechner, mit dem man sich ein Angebot ausrechnen lassen kann. Gut ist dagegen die Möglichkeit sowohl nach einem konkreten Produkt wie dem Bausparvertrag als auch nach einem Ziel wie „Sparen“, „Umschulden“ oder „Bauen und Kaufen“ zu suchen.

Zwischenfazit Website: Informationen sind schwer zu finden, die Seite dient mehr der Werbung. Die Beratung selbst soll über die Mitarbeiter der Generali oder der Deutschen Vermögensberatung AG erfolgen.

Testkategorie 5: Vertrauenswürdigkeit und Hintergrund

Der offizielle Name Deutsche Bausparkasse Badenia weißt schon darauf hin, dass das Unternehmen aus einer Fusion hervorging. Im Jahr 2000 schlossen sich die Deutsche Bausparkasse in Darmstadt und die Badenia Bausparkasse in Karlsruhe zusammen, beide gehörten damals schon der Generali-Versicherung.

Das Unternehmen gehört damit zu den wenigen Firmen, die ganz klassisch in Privatbesitz sind. Während die Landesbausparkassen öffentlich-rechtlich organsiert sind gehören die meisten anderen Unternehmen entweder Genossenschaften oder Versicherungsvereinen auf Gegenseitigkeit, sie sind also gemeinschaftlich organisiert. Ob das ein Vor- oder Nachteil ist, ist Geschmackssache. Allerdings müssen Privatunternehmen natürlich eher bestimmte Renditeziele erreichen als öffentlich-rechtlich oder genossenschaftlich organisierte Firmen.

Zwischenfazit Vertrauen: Hinter der Deutschen Bausparkasse Badenia steht mit Generali ein großer internationaler Versicherungskonzern.

Fazit

Stärker als andere Bausparkassen setzt Badenia auf den Vertrieb über Berater vor Ort, in diesem Fall die der Generali und der Deutschen Vermögensberatung AG. Das merkt man auch der Website an, auf der sich nur wenige Informationen finden. Es fehlt ein Tarif für Bauherren, die mehr als 60 Prozent über Darlehen finanzieren wollen, außerdem sind die Abschlussgebühren recht hoch. Dafür bietet der Niedrigzinstarif tatsächlich sehr attraktive Darlehenszinsen.

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Paul Scheuschner

Kredite.org Autor

Paul Scheuschner

Paul ist Autor von Kredite.org und seit der Gründung in 2013 dabei. Sein Finanzwissen basiert auf einer Ausbildung zum Kaufmann für Versicherungen und Finanzen, die er von August 2006 - Januar 2009 in Berlin bei der Allianz Versicherung durchlaufen hat. Er hat in dieser Zeit sowohl für die Allianz Versicherung im Innen- und Außendienst, als auch bei der Dresdner Bank (heute Commerzbank) gearbeitet.