LBS Bausparen – Test und Erfahrungen

Das Wichtigste in Kürze
Hinter dem Markennamen LBS steht nicht ein Unternehmen, sondern es handelt sich um insgesamt acht verschiedene Landesbausparkassen mit unterschiedlichem Geschäftsgebiet. In der Untersuchung der Stiftung Warentest hatten die meisten überdurchschnittlich gut abgeschnitten, die LBS Baden-Württemberg wurde sogar Testsieger.

LBS Bausparen im Test

Sind die Landesbausparkassen in Sachen Beratung wirklich so gut, wie die Stiftung Warentest ermittelt hatte? Und wie sieht es bei den Konditionen und dem Online-Auftritt aus, die im Test nur eine untergeordnete Rolle gespielt hatten?

Testkategorie 1: Die Produkte

Die Zahl der Tarifvarianten ist riesig, denn jede Landesgesellschaft hat ihr eigenes Tarifmodell. Das hat Vorteile, denn unabhängig vom Wohnort können Kunden bei jeder Landesgesellschaft einen Vertrag abschließen. Auch bayerische Sparer können also beispielsweise bei der LBS Ost bausparen. Beratung erhalten sie dann aber natürlich nicht, die ist immer regional organisiert.

Produkte und Tarife

Grundsätzlich bieten aber praktisch alle Bausparkassen eine breite Auswahl an Tarifen, selbst die kleineren wie die LBS Saarland. Beispielsweise die LBS Südwest, die 2016 aus der Fusion des Testsiegers LBS Baden-Württemberg mit der LBS Rheinland-Pfalz entstand. Sie hat sechs klassische Tarife und noch einmal fünf, die gezielt auf die Bedürfnisse von Riester-Sparern zugeschnitten sind. Die sechs Klassiker können auch online beantragt werden, unabhängig vom Wohnort des Antragstellers. Es handelt sich dabei um die Varianten

  • Express mit kurzer Laufzeit bis zur Fälligkeit,
  • Niedrigzins mit geringem Darlehenszins,
  • Klassik mit Laufzeiten und Zinsen zwischen den beiden erstgenannten Tarifen,
  • KlassikPlus, wie Klassik, aber mit höherer Mindestbausparsumme und dafür niedrigeren Zinsen,
  • Perspektive Plus mit höherem Guthabenzins und
  • Bonus mit höherem Guthabenzins und Bonus bei Verzicht auf das Darlehen.

Bei der LBS Südwest müssen immer mindestens 40 Prozent der Bausparsumme angespart werden, die anderen 60 Prozent können als Darlehen aufgenommen werden. Andere Landesbausparkassen wie die LBS Ost bieten aber auch bis zu 70 Prozent Fremdkapital (online abschließbar).

Zwischenfazit Konditionen: Fast jeder Antragsteller wird bei seiner lokalen LBS für seine Situation einen passenden Tarif finden, andernfalls lohnt ein Blick über die Grenze zu anderen Landesbausparkassen.

Testkategorie 2: Die Konditionen

Die Konditionen sind wegen der unterschiedlichen Tarife praktisch nicht für alle Landesbausparkassen gemeinsam zu bewerten. Allerdings gibt es ein paar Gemeinsamkeiten. So liegt die Abschlussgebühr immer gleich hoch, die LBS sind damit in diesem Punkt genauso teuer wie fast alle deutschen Bausparkassen. Einen Direkttarif mit niedriger Abschlussgebühr, wie ihn beispielsweise die Bausparkasse Mainz anbietet, gibt es leider nicht.

Konditionen im Tarifvergleich

Durch die große Bandbreite an Tarifen gibt es sowohl Angebote mit niedrigem Darlehenszins als auch solche mit hohem Sparzins. Üblicherweise wird auch eine Jahresgebühr fällig, die bei fast allen Tarifen, unabhängig von der jeweiligen Landesbausparkasse, auch immer gleich hoch liegt. Allerdings bieten einige LBS auch Varianten, bei denen die Jahresgebühr entfällt oder halbiert wird. Das ist vor allem dann interessant, wenn die Bausparsumme niedrig ist.

Zwischenfazit Konditionen: Weil die Tarife sehr unterschiedlich sind, lassen sich die Tarife kaum vergleichen. Allerdings bieten die meisten LBS sowohl Verträge mit niedrigen Darlehenszinsen als auch solche mit hohem Habenzins.    

Testkategorie 3: Beratung und Service

Im Bausparkassen-Test der Stiftung Warentest landen die meisten LBS auf den vorderen Plätzen von 20 Unternehmen. Testsieger wurde die LBS Baden-Württemberg, auf den Plätzen drei, vier, fünf und sechs folgen ebenfalls Landesbausparkassen. Einzige echte Ausnahme war die LBS Rheinland-Pfalz, die letzter wurde, mittlerweile aber in der LBS Südwest aufgegangen ist. Auch die LBS West schnitt mit der 4,6 nur mäßig ab. Sonst aber lag das Ergebnis der Landesbausparkassen meist über dem Durchschnitt.

Service und Kontakt

Wohl kaum ein Anbieter dürfte außerdem ein so dichtes Netz bieten. Durch die Kooperation mit den Sparkassen, aber auch eigene Berater, ist die LBS selbst in Kleinstädten vor Ort präsent.

Gut ist auch der Direktservice. Mit nur einem Mausklick lässt sich bei vielen LBS ein Chat aufrufen, das ist bei kleinen Fragen die bequemste Lösung. Die Schaltfläche am rechten Rand der Website kann zwar schnell übersehen werden, dafür ist die Chatfunktion aber auch unaufdringlich. Die meisten Konkurrenten bieten diese Möglichkeit erst gar nicht. Im Test dauerte es kurze Zeit, bis sich die Mitarbeiterin der LBS Bayern meldete, die Wartezeit war aber erträglich. Bei der LBS Südwest war sofort jemand ansprechbar. Zwar bieten nicht alle Landesbausparkassen den Service-Chat, wohl aber die großen wie Bayern und Südwest.

Immer ist aber die Kontaktaufnahme per Telefon oder ein entsprechendes Kontaktformular möglich. Sehr kundenfreundlich ist die Wahl des Antwortweges. Der Fragesteller kann sich entscheiden, ob er per E-Mail, Telefon oder klassischem Brief kontaktiert werden will und beim Telefonrückruf auch einen Wunschzeitraum nennen.

Fazit: Die Beratung ist bei den meisten LBS gut. Auch die direkte Kontaktaufnahme per Chat, Telefon oder E-Mail ist sehr gut.

Testkategorie 4: Website

Alle Landesbausparkassen haben einen gemeinsamen Internetauftritt. Das ist für die Kunden von Vorteil, denn kleine Bausparkassen wie die LBS Saarland könnten sich einen Internetauftritt mit so vielen Zusatzinformationen vermutlich gar nicht leisten.

Startseite

Am wichtigsten dürfte den meisten Nutzern aber der Tarifrechner sein. Hier muss zunächst das Bundesland ausgewählt werden, denn die Tarife sind bei jeder Landesbausparkasse unterschiedlich. Als nächstes wird ein Ziel eingegeben, nämlich ein eigenes Zuhause, modernisieren oder sparen. Das gilt für alle LBS.

Nun können über Regler die Sparzeit, die monatliche Rate und die Bausparsumme verändert werden. Zwei davon müssen vom Kunden gewählt werden, die dritte ergibt sich dann automatisch. Mit einem Mausklick lässt sich festlegen, welche das sein soll.

Kaum ein Bausparrechner ist so bequem und so leicht zu verstehen wie der der LBS. Sehr gut ist auch, dass gleich der gewählte Tarif mit allen Tarifbedingungen, Fördermöglichkeiten, ein Spar- und Tilgungsplan sowie rechtliche Hinweise angezeigt werden.

Zwischenfazit Website: Der Tarifrechner der LBS ist der beste in unserem Test. Er ist übersichtlich, leicht verständlich und bietet trotzdem alle wichtigen Informationen.

Testkategorie 5: Vertrauenswürdigkeit und Hintergrund

Die Landesbausparkassen gehören zur Sparkassen-Gruppe. Nach zahlreichen Fusionen gibt es aktuell noch acht Landesbausparkassen. Nur Bayern und das Saarland haben eine eigene LBS, alle anderen sind für mehrere Bundesländer zuständig.

Wie die Sparkassen sind die Landesbausparkassen überwiegend nicht privat, sondern öffentlich-rechtlich organsiert. Die Ostdeutsche Landesbausparkasse und die LBS Hamburg-Schleswig-Holstein sind zwar formell Aktiengesellschaften, aber im Besitz der jeweiligen Sparkassen, meist auf dem Umweg über einen Sparkassenverband.

Zwischenfazit Vertrauen: Durch die Zugehörigkeit zur Sparkassengruppe sind die Landesbausparkassen sehr stabil.

Fazit

Die meisten LBS bieten eine gute oder zumindest überdurchschnittliche Beratung, so die Stiftung Warentest. Außerdem ist das Beraternetz so dicht wie bei kaum einer anderen Bausparkasse. Die Website bietet sehr viele Informationen, bei einigen LBS auch die Möglichkeit, über einen Chat Fragen zu stellen. Der Bausparrechner ist der beste im Test, einmal wegen der Benutzerfreundlichkeit und zum anderen wegen der hohen Transparenz in Sachen Konditionen und Fördermöglichkeiten.

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Paul Scheuschner

Kredite.org Autor

Paul Scheuschner

Paul ist Autor von Kredite.org und seit der Gründung in 2013 dabei. Sein Finanzwissen basiert auf einer Ausbildung zum Kaufmann für Versicherungen und Finanzen, die er von August 2006 - Januar 2009 in Berlin bei der Allianz Versicherung durchlaufen hat. Er hat in dieser Zeit sowohl für die Allianz Versicherung im Innen- und Außendienst, als auch bei der Dresdner Bank (heute Commerzbank) gearbeitet.