Sparkasse Tagesgeld – Test und Erfahrungen

Viele halten die Sparkasse für die größte Bank in Deutschland. Allerdings verbergen sich hinter dem Namen viele regional organisierte Geldinstitute. Streng genommen handelt es sich dabei noch nicht einmal um Banken, sondern eben um Sparkassen, die meist öffentlich-rechtlich organisiert sind oder sich im Besitz von Stiftungen und Vereinen befinden. Vertrauenswürdiger kann ein Geldinstitut nicht sein, oder?

Sparkasse Tagesgeld im Test

Testkategorie 1: Tagesgeld

Die regionale Ausrichtung der Sparkassen war lange ihr großer Vorteil. Im Gegensatz zu den ebenfalls öffentlich-rechtlichen Landesbanken kamen die meisten Sparkassen nie in die Versuchung das große Rad zu drehen und in den riskanten Eigenhandel einzusteigen.

Sparkassen Einlagensicherung

Regional und bodenständig präsentieren sich die Sparkassen. Foto: Sparkassenverband Bayern

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Allerdings zeigt die Regionalität in Zeiten des Internets auch Nachteile. Denn die Konditionen sind nicht bei allen Banken gleich. Ein Tagesgeld-Test müsste deshalb alle Sparkassen einzeln unter die Lupe nehmen. Das Online-Tagesgeld läuft bei vielen Sparkassen auch unter der Bezeichnung Online-Geldmarktkonto. Das Geld ist dort täglich verfügbar, üblicherweise gibt es auch keine Mindesteinlage. Schließlich verstehen sich die Sparkassen auch als Ansprechpartner der Kleinsparer.

Zwischenfazit Tagesgeld: Die Konditionen sind von Sparkasse zu Sparkasse unterschiedlich.

Testkategorie 2: Weitere Bankprodukte

Die Sparkassen sind Universalbanken. Sie bieten praktische alle Bankdienstleistungen für kleine und mittlere Unternehmen sowie Privatpersonen, vom Immobilienkredit bis zur Anlageberatung und vom Girokonto bis zum Unternehmenskredit. Vor allem das Girokonto ist sehr beliebt, denn durch die große Zahl an Sparkassen kann man damit bei besonders vielen Automaten Geld abheben.

Firmenkunden Sparkasse

Die Sparkassen bieten sowohl Produkte für Privat- als auch für Firmenkunden.

Für Sparer sind Festgeld und die ähnlich ausgestalteten Sparkassenbriefe, Sparbücher und Sparpläne gute Alternativen. Außerdem bieten die Sparkassen Wertpapierhandel und Investmentfonds. Statt direkt bei der Sparkasse kann man ein Depot aber auch bei S Broker eröffnen, der gemeinsam von allen Sparkassen betrieben wird und oft günstigere Konditionen bietet.

Zwischenfazit Produkte: Wer Wertpapiere kaufen will, kann statt direkt bei der Sparkasse auch die Sparkassen-Firma S Broker nutzen.

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Testkategorie 3: Vertrauen und Einlagensicherung

Sparkassen haben keine Aktionäre. Die Kommunen könnten zwar die Abführung von Gewinnen verlangen, das ist in Deutschland aber nach wie vor unüblich. Stattdessen verwenden die Institute ihr Geld für Spenden oder investieren es in die Rücklagen. Viele Sparkassen haben deshalb große Rücklagen aufgebaut, beispielsweise in Form eines Immobilienportfolios. Das gibt Sicherheit.

HASPA

Die HASPA ist eine Ausnahme unter den Sparkassen, sie gehört nämlich zu den noch fünf sogenannten freien Sparkassen. Hinter diesen steht keine öffentliche Einrichtung, sondern ein Verein oder eine Stiftung. Im Falle der HASPA ein Verein alten hamburgischen Rechts, denn bei der Gründung 1827 gab es die Rechtsform des eingetragenen Vereins (e.V.) noch nicht.

Bis vor wenigen Jahren garantierte meist der Landkreis oder die Stadt, seltener das Land für die Einlagen der Sparkassen. Wer bürgte war meist am Namen erkennbar, beispielsweise bei der Kreissparkasse Ludwigsburg, der Württembergischen Landessparkasse, der Stadtsparkasse München oder der Kreis- und Stadtsparkasse Lohr. Die Gewährträgerhaftung ist mittlerweile entfallen, weil oft Kreis- und Stadtsparkassen fusionierten nennen sich viele Institute nur noch Sparkasse.

Auch ohne Gewährträgerhaftung gelten die Sparkassen aber als besonders sicher. Das liegt zum einen am bereits erwähnten weitgehenden Verzicht auf hochspekulative Geschäfte. Außerdem haben die Sparkassen ein mehrstufiges System aufgebaut, dass im Falle eines Falles greift.

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Das Sicherungssystem der Sparkassen

Zunächst greift einer der elf regionalen Sparkasse-Stützungsfonds ein. Hat die Sparkasse nur zu wenig frei verfügbar Mittel, etwa weil ihr Guthaben langfristig angelegt ist, die Kunden aber jetzt Geld abheben wollen, dann gibt der Stützungsfonds ein Darlehen. Auch Zuschüsse sind aber bei Überschuldung denkbar. Die Bausparkassen sowie die Landesbanken und Girozentralen haben einen eigenen Fonds.

Sparkasse Südtirol Sicherheit

Für die Südtiroler Sparkasse gelten etwas andere Bestimmungen als für die deutschen Institute.

Reichen die lokalen Mittel nicht, wird überregional interveniert. Im Regelfall werden die Sparkassen versuchen, ein kriselndes Institut aufzukaufen und erst gar nicht insolvent werden zu lassen. So ging es beispielsweise der Frankfurter Sparkasse, die 2005 in einer Krise durch die ebenfalls öffentlich-rechtliche Helaba übernommen wurde. Das gilt natürlich nur für deutsche Sparkassen und nicht für ausländische Institute wie die Südtiroler Sparkasse.

Zwischenfazit Vertrauen: Gelder bei der Sparkasse gelten als sehr sicher.

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Testkategorie 4: Beratung und Service

Auch die Sparkassen spüren die Abwanderung ihrer Kundschaft ins Internet und müssen sparen. Viele Filialen wurden in den vergangenen Jahren schon geschlossen – und es werden noch mehr werden. Trotzdem verfügt – neben den Volks- und Raiffeisenbanken – keine Bankengruppe über so viele Niederlassungen und Geldautomaten wie die Sparkassen.

Die telefonische Erreichbarkeit schwankt dagegen stark. Oft sind die Mitarbeiter nur von Montag bis Freitag während der üblichen Banköffnungszeiten erreichbar. Dafür hat man nicht selten die Chance, direkt mit einem Fachberater und nicht nur mit einen angelernten Call-Center-Mitarbeiter  zu sprechen.

Sparkasse Filiale

Auch bei den Sparkassen wurden Filialen geschlossen oder – wie hier in – in reine Automatenstellen umgewandelt. Aber die Zahl an Niederlassungen ist immer noch deutlich höher als bei den Privatbanken.

Wer einen besseren Service will, aber gerne Kunde der Sparkasse bleiben will, der sollte ich auch die drei Alternativen zur Sparkasse vor Ort ansehen:

1822 direkt ist eine Tochter der Frankfurter Sparkasse, die den Service einer echten Online-Bank bietet. Anders als teilweise zu lesen ist es keine eigenständige Bank, sondern eine Vertriebsgesellschaft der Frankfurter Sparkasse, das Konto wird direkt bei der Sparkasse geführt. Das Angebot ist dennoch bundesweit verfügbar.

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S-Broker ist der gemeinsame Broker der Sparkassen, er bietet auch ein Tagesgeldkonto. Allerdings nur als Verrechnungskonto für Kunden, die dort auch ein Depot haben.

DKB Girokonto Erfahrungen

Die DKB ist rechtlich gesehen eine Privatbank, ist aber eine Tochter der Bayerischen Landesbank und unterliegt auch dem Einlagenschutz der öffentlichen Banken.

Die DKB ist rechtlich eine Privatbank, allerdings eine Tochter der Bayerischen Landesbank und ebenfalls einer öffentlich-rechtlichen Einrichtung.

Zwischenfazit Beratung: Die Qualität der Beratung ist unterschiedlich, wer keine Filialen braucht sollte auch Alternativen wie den Service 1822 direkt der Frankfurter Sparkasse unter die Lupe nehmen.

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Testkategorie 5: Website

Jede Bank hat ihre eigene Internetseite, die oft auch als Internetfiliale bezeichnet wird. Wie bei den Volks- und Raiffeisenbanken ist der Internetauftritt aber meist ähnlich.

Das Tagesgeldkonto findet sich in der Regel unter „Privatkunden“ – „Sparen und Anlegen“. Allerdings firmiert das Produkt unter unterschiedlichen Namen. Mal heißt es „Online-Geldmarktkonto“, mal S-Tagesgeld oder Tagesgeld und bei einer anderen Sparkasse Cash-Plus. Wer aber den Link auf unserer Seite nutzt, ist damit beim richtigen Produkt.

Sparkasse Internetseite

Jede Sparkasse hat ihren eigenen Internetauftritt. Diese ähneln sich allerdings in Optik und Aufbau.

Die Konditionen sind meist übersichtlich und gut erklärt, die Kreissparkasse Ludwigsburg bietet sogar einen Chat. Insgesamt sind die meisten Online-Auftritt gut gemacht

Zwischenfazit Website: Die meisten Sparkassen haben einen gut gemachten Online-Auftritt.

Fazit

Die Idee der Sparkassen finden viele Menschen sympathisch. Als öffentliche Einrichtungen haben sie keine Aktionäre, sondern aus den Erträgen werden Rücklagen gebildet und gemeinnützige Projekte gefördert. Doch nicht immer können die Konditionen mit denen der Online-Banken konkurrieren. Wer Wert auf eine Filiale in der Nähe legt, für den sind Sparkassen immer noch eine sehr gute Wahl. Für reine Online-Banker sind Alternativen wie 1822direkt oder DKB interessant, die ebenfalls zum öffentlichen Bankensektor gehören.

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Chefredakteur Kredite.org

Peter König

Peter König kümmert sich als hauptverantwortlicher Chefredakteur unseres Portals vor allem um die Themen Aktien, Fonds und Geldanlage. Schon früh hatte König großes Interesse am Wirtschaftsgeschehen und dem Finanzmarkt. Einer Lehre als Bankkaufmann folgte das Studium der Wirtschaftswissenschaften an der Universität Wuppertal. Nach dem Diplom trat der heute 58-Jährige eine Festanstellung als Fondsmanager bei einem großen Geldinstitut an, für das er heute noch in Teilzeit tätig ist.